Die Lage am Freitag Liebe Leserin, lieber Leser,


kaum ein Thema bewegt in diesen Tagen die Chefetagen der Berliner Politik so sehr wie die Suche nach einem Nachfolger für Joachim Gauck. Auch der neue SPIEGEL, den Sie heute ab 18 Uhr digital lesen können, beschäftigt sich mit der BuPrä-Frage. Soviel sei schon verraten: Die Bemühungen des linken Lagers, sich auf einen gemeinsamen rot-rot-grünen Kandidaten zu einigen, sind offenbar gescheitert. Auf der anderen Seite hat es auch Kanzlerin Merkel nicht geschafft, einen Kandidat oder eine Kandidatin mit schwarz-grüner Unterstützung zu finden. Am wahrscheinlichsten ist deshalb, dass Deutschland einen überparteilichen Bundespräsidenten bekommt. Welche Namen im Gespräch sind und wer schon abgesagt hat, lesen Sie am besten selbst.

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Von der Leyen im Irak

Apropos Bundespräsidentenwahl: Was macht eigentlich Ursula von der Leyen? Um die Verteidigungsministerin ist es in den vergangenen Monaten ziemlich still geworden. Aber das ist wohl eher eine gute Nachricht: keine Gewehre, die nicht treffen, keine abstürzenden Hubschrauber, keine Milliardenprojekte, die in den Sand gesetzt werden. Bei der für Rüstung zuständigen Ministerin sind no news good news. Heute ist von der Leyen auf Truppenbesuch im Irak, wo die Bundeswehr die kurdischen Peschmerga mit Waffen und Ausbildung im Kampf gegen den IS unterstützt.

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KTG in Berlin

Apropos "Was macht eigentlich ... ?": Die einstige Kanzlerhoffnung Karl-Theodor zu Guttenberg ist mal wieder im Lande. Auf einer Konferenz der Alfred-Herrhausen-Gesellschaft spricht er über den "Blick auf Deutschland aus der Ferne". Was mich mehr interessieren würde: Plant KTG eigentlich, sich die deutsche Politik auch mal wieder aus der Nähe anzusehen? Die Herrhausen-Gesellschaft hat übrigens Vertreter aller im Bundestag vertretenen Parteien eingeladen - und AfD-Chef Jörg Meuthen.

Krieg der Zukunft

Im August gab es einen koordinierten Hackerangriff auf Bundestagsabgeordnete, Parteien und Unternehmen, im Juli drangen Cyberangreifer in die Partei-Rechner der amerikanischen Demokraten ein, vor zwei Wochen wurde die Anti-Doping-Agentur gehackt, davor war es die "New York Times" und Apples iPhone. Fast täglich werden neue, spektakuläre Cyberangriffe bekannt. Das Internet ist zum Kriegsschauplatz geworden. Wie der Cyber die Zukunft des Krieges verändert, beschreibt ein großer Report im neuen SPIEGEL.

Die jüngsten Meldungen aus der Nacht

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Gewinner des Tages

Sind alle Harry-Potter-Fans, denn heute erscheint die deutsche Ausgabe des neuesten Werks von Starautorin J.K. Rowling "Harry Potter und das verwunschene Kind". Es ist ein Theaterstück, und bei mir zu Hause gehen die Meinungen darüber auseinander. Meiner älteren Tochter fehlt der Lesefluss der Romane. Die jüngere sieht das anders. Das Stück sei zwar etwas verwirrend, meint sie. "Aber die Magie kommt trotzdem gut rüber, es liest sich immer noch wie Harry Potter."

Und zum Schluss noch ein Tipp für Sie: Am kommenden Montag gibt es die nächste Veranstaltung von "DER SPIEGEL live im Spiegelsaal", unserer Reihe, die regelmäßig in Clärchens Ballhaus in Berlin Mitte stattfindet. Ab 20 Uhr diskutiert Ex-BND-Chef Gerhard Schindler mit meinem Kollegen Jörg Schindler (nicht verwandt) über die Ängste der Deutschen in Zeiten des Terrors. Es moderiert die stellvertretende Chefredakteurin Susanne Beyer. Für die Leser der Lage haben wir drei Mal zwei Gratiskarten reserviert. Wenn Sie Interesse haben, schicken Sie eine Mail an julia.parker@spiegel.de. Ansonsten gibt es Karten an der Abendkasse oder hier.

Mit herzlichem Gruß,

Ihre Christiane Hoffmann, stellvertretende Leiterin Hauptstadtbüro DER SPIEGEL

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insgesamt 15 Beiträge
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Seite 1
stefan.p1 23.09.2016
1. Hat die Politik keine andere Probleme
als sich Gedanken darum zu machen, wer der neue Bundespräsident wird? Zur Herrhausen Gesellschaft kann ich nur sagen das Meuthen einer der wenigen AfD Politiker ist, die man Einladen kann und nach 2017 als Lobbyist wahrscheinlich sogar muß.
i.dietz 23.09.2016
2. Gauck-Nachfolge
Es ist bestimmt nicht leicht, eine Nachfolge vom Format Gauck zu finden. In der Vergangenheit war das ja nicht immer der Fall - siehe Köhler auch "Hasenfuß" genannt - oder Wulff - der "Schnäppchenjäger".
thequickeningishappening 23.09.2016
3. # ktg
Warum soll Er in Deutschland die Luecke fuellen, die Frau Merkel verursacht hat?
haresu 23.09.2016
4. Leerstellen
Unentdeckte Bundespräsidenten, eine Verteidigungsministerin im Tarnkappen- Modus, ein entzauberter Zauberlehrling. Man fragt sich doch wofür diese Leerstellen stehen.
herbert 23.09.2016
5. Bitte Frau Professorin Dr. Dr. h.c. Margot Käßmann nehmen !
Die Frau hat Biss und sagt klar die Meinung ! Mit Abstand die Beste !
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