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der Islam gehört nicht zu Deutschland, hat Horst Seehofer einst gesagt und damit viele Muslime in der Republik verärgert. Vor der heutigen Islam-Konferenz nun stimmt der Innenminister eine andere Tonlage an.

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Heft 48/2018
Wie geheime Spenden die Rechtspopulisten groß machten

In einem Gastbeitrag für die FAZ schwärmt er von einem "Islam in, aus und für Deutschland". Möglicherweise, so lässt sich der Formulierung entnehmen, gibt es also doch einen Islam, der zu Deutschland gehört. Und so fragt man sich: Hat der Mann seine Meinung geändert? Handelt es sich um einen speziellen Fall von bajuwarischer Dialektik? Oder ist es wieder nur - der alte Drehofer?

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Die Trump-Baisse

AP

Als Donald Trump kurz nach seiner Amtseinführung die Steuern senkte, setzten die Börsen zum Höhenflug an. Vor dem heutigen Handelstag dagegen ist die Stimmung mies, nachdem der US-Präsident jüngst mit neuen Zöllen gegen China gedroht und den US-Autokonzern General Motors wüst beschimpft hat. Vorstandschefin Mary Barra müsse unbedingt die geplanten Werksschließungen und Entlassungen stoppen, drohte er, sonst bekomme sie "ein Problem". Früher nannten die Börsianer Trump "Vater des Booms", jetzt ist er nur noch "der Spielverderber".

Wien warnt Moskau

HAYOUNG JEON/EPA-EFE/REX

Wer wissen will, ob für die jüngste Eskalation im Krim-Konflikt eher Russland oder die Ukraine verantwortlich ist, sollte sich in Wien erkundigen. Ausgerechnet die österreichische Regierung, die sich bislang stets besonders moskaufreundlich gegeben hatte, brachte neue Sanktionen ins Spiel. Heute trifft Russlands Außenminister Sergej Lawrow seinen schweizerischen Amtskollegen in Genf, doch den Sound gibt längst die Wiener Außenministerin Karin Kneissl vor, auf deren Hochzeit der russische Präsident im Sommer noch tanzte. Der Konflikt habe das Potenzial, gefährlicher zu werden, sagte sie. Deshalb müssten weitere Maßnahmen "geprüft" werden.

Kohleausstieg mit Gundermann

DPA

Wenige Tage vor der Klimakonferenz in Katowice wird heute vielerorts darüber nachgedacht, wie den Menschen ein Ausstieg aus der Braunkohle schmackhaft gemacht werden kann: in Brüssel, wo die EU-Kommission eine Strategie zum Thema vorstellt; in Berlin, wo der zuständige Umweltausschuss tagt. Vielleicht sollten die Experten dabei nicht nur das Finanzielle in den Blick nehmen, sondern zugleich bedenken, dass die vermeintlich so unwirtlichen Tagebaue vielen auch Heimat waren. Zum Beispiel dem früh verstorbenen DDR-Liedermacher und Baggerfahrer Gerhard Gundermann, über den kürzlich ein eindrucksvoller Film in den Kinos lief. "Ich war'n Bergmann, langsam geh ich durchs Revier", heißt es in einem seiner Songs, "die Frau will wegziehen, aber ich bin angebunden hier".

Verlierer des Tages...

DPA

... ist Olaf Scholz. Er muss viel Spott ertragen, seit Einbrecher neulich in das Haus einstiegen, in dem seine Wohnung liegt. Und das, obwohl die schmucke Villa in bester Potsdamer Wohnlage rund um die Uhr von der brandenburgischen Polizei bewacht wird. Heute diskutiert der Bundesfinanzminister mit seinen Länderkollegen die geplante Reform der Grundsteuer, die vor allem teure Immobilien und Wohnungen in Innenstadtlagen belasten soll. Kein Wunder, dass sich das politische Berlin nun die Frage stellt: Will Scholz potenziellen Nachahmungstätern signalisieren, dass in seiner Wohnung bald nichts mehr zu holen ist?

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Ihr Michael Sauga

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insgesamt 2 Beiträge
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wunderlichewelt 28.11.2018
1. Also
So schwer zu verstehen ist das doch nun nicht - das eine war der Seehofer vor der Wahl, das andere ist der Nach-Wahl-Drehhofer. Alles damit im Zusammenhang Stehende sind Kollateralschäden: verstört Wähler, eine taumelnde Koalition, Vertrauensverlust usw. usf. Herr Seehofer, auch mich haben Sie nunmehr überzeugt - treten Sie ab!
mitverlaub 28.11.2018
2. Eine Zeitlang habe
ich gedacht, den Seehofer, kann man nicht mehr ernst nehmen. Doch im Moment glaube ich, daß man Angst vor ihm haben muß. Dank seiner Macht als Minister kann er Deutschland mit seiner jetzigen Islam-Politik ins Verderben stürzen. Da seine Tage in der Politik gezählt sind, wird er wohl Rache an seinen vielen Kritikern nehmen und seine letzte politische Machtausübung zum Schaden des Deutschen Volkes nutzen. Gott bewahre unsere Kinder vor solchen Politikern.
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