Die Lage am Samstag Liebe Leserin, lieber Leser,


im Konflikt um die Angriffe auf zwei Tanker im Golf von Oman steigt die Nervosität auf allen Seiten. Vor allem gibt es weiter Streit um die Frage, wer hinter den Attacken steckt. Die US-Regierung kündigte an, weitere Beweise dafür vorlegen zu wollen, dass Iran dafür verantwortlich sei. US-Verteidigungsminister Patrick Shanahan erklärte in Washington, man wolle einen "internationalen Konsens" in dieser Frage herstellen.

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Heft 25/2019
Weniger Gefühl, mehr Politik - wie sich die Grünen auf die Macht vorbereiten

Der britische Außenminister Jeremy Hunt stellte sich auf die Seite der Amerikaner. Er erklärte, die Angriffe seien von den iranischen Revolutionsgarden ausgeführt worden. "Unsere eigene Einschätzung führt uns zu der Annahme, dass die Verantwortung für die Angriffe fast ganz sicher bei Iran liegt", betonte Hunt.

Kein anderer Staat oder nicht-staatlicher Akteur käme dafür vernünftigerweise in Betracht. Uno-Generalsekretär Antonio Guterres forderte unterdessen eine unabhängige Untersuchung. "Es ist sehr wichtig, die Wahrheit zu erfahren", sagte er. Es sei Aufgabe des Uno-Sicherheitsrats, solche Ermittlungen in die Wege zu leiten. Die iranische Regierung wies erneut jede Verantwortung für die Angriffe zurück.

Die Grünen greifen nach der Macht

Peter Rigaud/ DER SPIEGEL

Die Grünen sind die Wählerlieblinge der Saison, in den Umfragen legen sie scheinbar unaufhaltsam zu. Zwischen Deutschland und der Partei bahnt sich momentan eine regelrechte Amour fou an, eine Wahnsinnsliebe. Wie kann das sein? Und was bedeutet das für die Partei?

Ein Team von SPIEGEL-Redakteuren ist dem Grünen-Aufschwung auf den Grund gegangen und beschreibt im neuen Heft detailliert, wie sich die Partei auf die Übernahme der Regierungsverantwortung im Land vorbereitet - in der Wirtschafts- und Sozialpolitik, in der Umweltpolitik und bei der Außen- und Sicherheitspolitik. Ein Fazit des SPIEGEL-Teams: "Selbst die Vorstellung, dass es einen grünen Regierungschef geben könnte, ist nicht mehr so utopisch, wie sie vor Kurzem noch klang. Die Operation Kanzleramt ist längst im Gange." Hier geht es zur Titelgeschichte.

Konjunkturforscher sehen robusten Aufschwung

Elisabeth Rahe / DPA

Das ist doch eine gute Nachricht: Die Ökonomen des Düsseldorfer Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) blicken, wie der SPIEGEL in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, optimistischer in die Zukunft als die meisten anderen Wirtschaftsforscher. Laut der jüngsten Prognose des IMK wird die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr um 1 Prozent und 2020 um 1,6 Prozent zulegen. Die Bundesregierung rechnet aktuell dagegen mit lediglich 0,5 Prozent (2019) und 1,5 Prozent (2020) Wachstum. Als Grund nennt die gewerkschaftsnahe Denkfabrik die Entwicklung des privaten Konsums, der wegen "spürbar steigender Löhne" und eines anhaltenden Beschäftigungsaufbaus weiter robust zulegen werde.

Auch beim Export rechnet das IMK mit einer weiteren verhaltenen Expansion im Jahresverlauf. Die Düsseldorfer Forscher sprechen von einem "außergewöhnlichen Bild" der deutschen Konjunktur. Erstmals seit Langem werde die Entwicklung weniger vom Außenhandel als von der "regen Aktivität" des inländischen Dienstleistungs- und Bausektors getragen.

"Dann würde ich mich nicht scheuen zu sagen: Jetzt reicht's"

Sonja Och/ DER SPIEGEL

Wer an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt, hat eine Überlebenschance von zwei Prozent. "Zu diesen zwei Prozent gehöre ich nicht", sagt der FDP-Bundestagsabgeordnete Jimmy Schulz. Er hat eine Patientenverfügung geschrieben und sein Testament gemacht. Meine Kollegen Christoph Schult und Severin Weiland trafen den 50-jährigen Politiker in München zu einem Gespräch über das Sterben, den Tod und den Umgang der Kollegen mit seinem Schicksal.

Es ist ein eindrückliches Interview geworden, in dem sich Schulz auch für eine liberale Regelung der Sterbehilfe in Deutschland ausspricht. "Ich bin für eine deutliche Liberalisierung. Sterbehilfe grundsätzlich aus religiösen oder historischen Gründen auszuschließen, halte ich für eine Einschränkung meiner Grundrechte", sagt Schulz. Auch für ihn sei Sterbehilfe eine Option. "Wenn ich unter erheblichen Schmerzen leide und mir die Kontrolle über mein Leben und meinen Körper entgleitet, wenn ich nur in einem von Drogen vernebelten Zustand dahindämmere und nur noch eine Stunde pro Tag bewusst erlebe, dann würde ich mich nicht scheuen zu sagen: Jetzt reicht's." Lesen Sie hier das ganze Gespräch.

Erstmals wieder eine Messe in Notre-Dame

Yves Herman/ REUTERS

Gut zwei Monate ist es her, dass ein Brand in der Pariser Kathedrale Notre-Dame die Einwohner von Frankreichs Hauptstadt (und mit ihnen die ganze Welt) in Atem hielt. Heute soll nun zum ersten Mal wieder eine Messe in der Kathedrale abgehalten werden. Der Gottesdienst wird am östlichen Ende hinter dem Hochaltar stattfinden. Aus Sicherheitsgründen dürfen aber nur 20 bis 30 Menschen daran teilnehmen. Bis das gesamte Gebäude wieder benutzbar ist, wird es wohl noch eine Weile dauern. Der Wiederaufbau des schwer beschädigten Daches soll insgesamt fünf Jahre in Anspruch nehmen.

Gewinnerin des Tages …...

Rick Bowmer/AP

… ... ist Elizabeth Warren. Die linke Präsidentschaftsbewerberin der Demokraten erlebt gerade einen unverhofften Aufschwung. Zwar liegt sie in den Umfragen immer noch um einige Punkte hinter dem Spitzenreiter Joe Biden, doch sie zieht nun in einigen Erhebungen erstmals an Bernie Sanders vorbei. Er war bislang meist der Zweitplatzierte hinter Biden. Offenbar schwenken einige Wähler aus dem Sanders-Lager zu ihr um.

Ende Juni werden 20 Kandidaten der Demokraten erstmals bei einer großen TV-Debatte auftreten. Auch da könnte Warren profitieren: Weil die TV-Sender nicht alle Kandidaten gleichzeitig auf einer Bühne haben wollten, wurden zwei Gruppen gebildet, die sich an unterschiedlichen Abenden beharken sollen. Warren tritt am ersten Abend gegen verhältnismäßig harmlose Rivalen wie Beto O'Rourke oder Cory Booker an. Am zweiten Abend steigen hingegen etliche Schwergewichte gegeneinander in den Ring: Biden, Sanders, Pete Buttigieg und Kamala Harris. Im Gegensatz zu ihnen hat Warren also vermutlich eher ein leichtes Spiel.

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insgesamt 5 Beiträge
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geboren1969 15.06.2019
1. Rule Britannia.
Wie heißt es so schön in der britischen "Ersatzhymne": "Britons never, never, never shall be slaves." Tja, das hat das Vereinigte Königreich in Bezug auf die USA wohl vergessen. Immer brav mit marschieren. Wobei eine Mehrheit der Bevölkerung gegen einen Waffengang an der Seite der USA ist. Zu vielen ist noch die Lüge von Mr. Blair bezüglich der Massenvernichtungswaffen des Irak in Erinnerung. Aber Mr. Hunt will ja PM werden und bei den Tories kommt das sicher gut an.
xismus 15.06.2019
2. Trump & Co - Agent provocateur in der Straße von Hormus
Quien es? No lo se! Wer ist es? Ich weiß es nicht! Nur Mr. Präsident Trump, Berater und Kriegstreiber Bolton und Außenminister Pompeo, der englische Ajußenmnister Hunt, der israelische Ministerpräsident Benjamin "Bibi" Netanjahu, Jared Kushner, Son in law of Mr. Präsident, Chefberater des Präsidenten der Vereinigten Staaten und Intimus von Netanjahu, die Saudis und die Vereinigten arabischen Emirate wissen ganz genau, das waren die (schiitischen) terroristischen Iraner, iranische terroristische MIlizen und iranische terorristische Revolutonsgarden. António Guterres, Generalsekretär, Vereinte Nationen mahnt zur Zurückhaltung und erwartet statt irgendwelchr Schuldzuweisung, die unmgehende Sachverhaltsaufklärung. Alles andere ist und bleibt Spekulation und ist nicht sachdienlich. Natürlich gibt es logische Rückschlüsse nach denen, die Interesse haben, dass es in der Straße von Hormus, Iran, Anlaß bezogene Konflikte gibt, die eine militärische Vernichtungsoperation des Irans zur Folge habenb soll. Das sind natürlich zuvorderst wirtschaftspolitische Interessen der USA und der OPEC- Saaten zur Erhöhung des Ölpreises und geopolitische Interessen, den persischen Golf endgültig unter amerikanische Vorherrschaft und Kontrolle zu bringen, sowie das Atomabkommen endgültig für obsolet zu erklären. Wann wacht die übrige Welt, die EU, Rußland, China, Frankreich, England, Deutschland, Japan auf. Wer tritt, wann und endlich gegen das Amerika unter Trump auf, der die ganze Welt in Unruhe und Angst versetzt? Trump erklärt wiederholt - jetzt wieder in Polen - was er von Deutschland hält. Merkel, Maas, Brinkhaus, Mützenich, Lindner, Bartsch, Habeck, Gümpel, Schwesing, Dreyer, Karrenbauer verschlägt es offenbar die Sprache und schweigen dazu. Karrenbauer erdreistet sich sogar Trump zu loben und man darf den "mei Gudster" nicht auf eine Stufe stellen mit Putin und Erdogan.....und diese Frau will deutsche Bundeskanzlerin werden? Nur Goethe hatte in Faust, der Tragödie 1. Teil, sein Gretchen sagen lassen: Donald (Heinrich) mir graut vor dir.
robert.hammer 15.06.2019
3.
warum sollte der Iran da was eskalieren ? Wer hier eskaliert ist Donald (so ähnlich wie bei Vietnam). Also wenn die USA unser Vorbild sein sollte, die Sanktionen und Kriege anstacheln. Dann sollte man sich abkoppeln und was mit Asien machen. Was Donald macht ist Erpressung.
frank57 15.06.2019
4. Guten Morgen liebe UNO
auch schon aufgewacht? Hoffentlich verwechselt man nicht UNO-Untersuchung mit US-Untersuchung, da der Schuldige wohl schon festzustehen scheint, übrigens auch in den ÖR-Medien! Die Vergangenheit zeigt, wie oft Kriege von den Guten mit Lügen vom Zaun gebrochen wurden!
three-horses 15.06.2019
5. Die Geister in SW.
Zitat von geboren1969Wie heißt es so schön in der britischen "Ersatzhymne": "Britons never, never, never shall be slaves." Tja, das hat das Vereinigte Königreich in Bezug auf die USA wohl vergessen. Immer brav mit marschieren. Wobei eine Mehrheit der Bevölkerung gegen einen Waffengang an der Seite der USA ist. Zu vielen ist noch die Lüge von Mr. Blair bezüglich der Massenvernichtungswaffen des Irak in Erinnerung. Aber Mr. Hunt will ja PM werden und bei den Tories kommt das sicher gut an.
"IRGC terrorists used "Limpet" type explosive charges similar to pictures below to damage the Oil Tankers." ...Iran's Islamic Revolutionary Guards Corps (IRGC)...es gibt aber auch Hinweise, die Geheimdienste des Emirats stecken dahinter. Trotz allen, ein Geheimnis dürfte das Ganze nicht mehr sein. Es geht nur darum, wer lügt und wer die Wahrheit sagt. Das Video...man könnte, nachdem das "Gegenstand" enfernt worden ist, eine "Vertiefung" nach Innen des Tankers an der Stelle erkennen. Als ob die Hohlladung, der Sprengstoff nicht vollkommen zündete. Wie Schwarzpulver der Nass ist. Könnte aber auch eine Optische Täuschung sein. Wenn man es aber Frame nach Frame laufen lässt, ist etwas da. Somit wäre die Behauptung, die viele "Zuschauer"...passieren könnte ja echt nichts mehr, nicht mehr von Bedeutung.
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