Baden-Württemberg SPD-Landeschef Schmid gibt Amt auf

Nils Schmid zieht die Konsequenz aus der deutlichen Niederlage bei der Landtagswahl. Der SPD-Landeschef von Baden-Württemberg kandidiert im Herbst nicht erneut für das Parteiamt.

Nils Schmid
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Baden-Württembergs SPD-Vorsitzender Nils Schmid wird im Herbst nicht wieder für den Posten des Parteichefs antreten. Das gab Schmid seinem Sprecher zufolge bei einer Sitzung der SPD-Kreisvorsitzenden in Stuttgart bekannt. Damit zieht der 42-Jährige die Konsequenz aus der bitteren Niederlage bei der jüngsten Landtagswahl im März.

Schmid sagte, für die SPD sei ein Aufbruch in die Zukunft nur mit einer neuen Spitze möglich. "Es braucht im Rahmen der Neuausrichtung einen neuen Frontmann oder eine neue Frontfrau, die diesen Aufbau auch verkörpert." Ihm falle dieser Schritt sehr schwer. Aber er sei im Dienst der Partei absolut richtig.

Mit Schmid als Spitzenkandidat hatte die SPD bei der Landtagswahl am 13. März nur 12,7 Prozent erreicht, 10,4 Prozentpunkte weniger als bei der Wahl 2011. Es war das mit Abstand schlechteste Ergebnis für die SPD in dem Bundesland in der Nachkriegsgeschichte.

Seitdem befindet sich die Landespartei in einer tiefen Krise. Wegen der SPD-Schwäche reichte es nicht für die Fortsetzung der grün-roten Landesregierung, in der Schmid seit 2011 Vizeregierungschef sowie Wirtschafts- und Finanzminister war. Die Grünen mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann regieren jetzt mit der CDU als Juniorpartner.

Schmid ist seit 2009 SPD-Landeschef. Nach der Landtagswahl hatte es wiederholt Rücktrittsforderungen von Kommunalpolitikern und ehemaligen Abgeordneten der SPD gegeben. Bereits Mitte Mai hatte Generalsekretärin Katja Mast erklärt, nicht wieder für ihr Amt kandidieren zu wollen.

Als potenzielle Nachfolger für das Amt des Parteichefs gelten unter anderem SPD-Fraktionschef Andreas Stoch und die derzeitige Vize-Parteichefin Leni Breymaier. Bislang hat aber noch niemand offiziell seine Kandidatur angemeldet. Gibt es mehrere Kandidaten, will die SPD vor dem Parteitag im Herbst einen Mitgliederentscheid durchführen.

fdi/dpa



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