Nominierung von Schwan Die Grünen sind sauer

Die Grünen sind verärgert über die Nominierung von Gesine Schwan als Kandidatin für die Nachfolge von Bundespräsident Johannes Rau. Die Wahl sei ohne Rücksprache mit der Partei getroffen worden.


Gesine Schwan: Chancenlos gegen Köhler?
AP

Gesine Schwan: Chancenlos gegen Köhler?

Berlin - "Das Verfahren ist nicht in Ordnung. Man hätte vor einer Entscheidung für Frau Schwan die Parteigremien informieren müssen", sagte der stellvertretende Fraktionschef Hans-Christian Ströbele der "Berliner Zeitung".

Auch im grünen Parteirat gab es nach Angaben der Zeitung am Montag Kritik am Procedere der Parteispitze. Schwan war überraschend am vergangenen Donnerstag nominiert worden. Der Vorschlag sei von Kanzler Gerhard Schröder gekommen, die anwesenden Spitzen-Grünen hätten dem ohne größere Diskussion zugestimmt. Mehrere zumeist linke Mitglieder hätten bemängelt, dass die Entscheidung für Schwan ohne Rücksprache mit der Partei getroffen worden sei. So habe ein Mitglied kritisiert, man habe sich von der SPD eine Kandidatin aufdrängen lassen.

Bereits am Samstag hatte die Zeitung "Die Welt" berichtet, der Vorsitzende der nordrhein-westfälischen Grünen, Frithjof Schmidt, habe in einer parteiinternen Telefonkonferenz die Präsidentin der Universität Frankfurt an der Oder als "eine der übelsten Hetzerinnen gegen die Grünen" bezeichnet. Das Verfahren ihrer Nominierung nannte er demnach "absolut daneben". Kritik am Verfahren habe auch die frühere Grünen-Vorsitzende Claudia Roth geäußert.

Schwan tritt im Mai gegen Horst Köhler, den Kandidaten von Union und FDP für das Amt des Bundespräsidenten, an.



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