"Ohne Empathie" Blüm verurteilt Spahn für Hartz-IV-Aussage

"Herzlos und eiskalt": Der ehemalige Arbeitsminister Norbert Blüm hat Jens Spahn für dessen Äußerungen zu Hartz IV attackiert. Der junge CDU-Minister diskriminiere hilfsbedürftige Menschen.
Jens Spahn

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Foto: Soeren Stache/ dpa

Jens Spahn bleibt auch im Ministeramt angriffslustig. Im CDU-Präsidium stößt er damit auf Kritik. Nun hat sich auch Norbert Blüm geäußert. Der ehemalige Arbeitsminister hat die Aussagen des neuen Gesundheitsministers über Hartz IV scharf kritisiert.

"Sie sind herzlos, und sie sind ohne Empathie mit denjenigen, die Hartz IV empfangen müssen", sagte der 82-Jährige in der RTL-Sendung "stern TV". Er befürchte, dass sich Menschen, die von der Stütze leben, durch solche Aussagen ausgeschlossen fühlten.

"Was ich am meisten bedaure, ist, dass sich viele Hartz-IV-Empfänger durch solche sozialbürokratischen, eiskalten Bemerkungen diskriminiert fühlen", sagte Blüm weiter. Vergangene Woche hatte Spahn mit der Aussage für Aufsehen gesorgt, Hartz IV bedeute nicht Armut, sondern sei die Antwort der Solidargemeinschaft auf Armut.

Dem entgegnete Blüm nun: "Armut beginnt nicht, wenn du kein Dach über dem Kopf und nichts zu essen hast. Das Problem ist, wenn Du ausgeschlossen wirst oder keine Chancen hast. Und viele dieser Hartz-IV-Empfänger fühlen sich ausgeschlossen."

Wenn denjenigen, die sich anstrengten, auch noch vorgeworfen werde, sie seien faul oder arbeitsunwillig, "dann fügen wir dem materiellen Mangel auch noch die öffentliche Verachtung hinzu", warnte Blüm.

dop/AFP
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