Bundestagspräsident Lammert kandidiert nicht wieder für Bundestag

Nach fast vier Jahrzehnten ist Schluss: Bei der kommenden Bundestagswahl will Norbert Lammert nicht noch einmal antreten. Das teilte der Bundestagspräsident seinem CDU-Kreisverband mit.

Bundestagspräsident Lammert
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Bundestagspräsident Lammert


Bundestagspräsident Norbert Lammert tritt bei der Bundestagswahl 2017 nicht noch einmal an. Das habe der CDU-Politiker seinem Kreisverband in Bochum in einem Schreiben mitgeteilt, sagte der Sprecher des Bundestages, Ernst Hebeker.

Der Entschluss sei nach reiflicher Überlegung gefallen, schreibt Lammert an den Vorsitzenden des CDU-Kreisverbandes Bochum, Christian Haardt, und den Landesvorsitzenden der CDU Nordrhein-Westfalen, Armin Laschet. "Der Abschied aus der aktiven Politik fällt mir nicht leicht." Am Ende dieser Legislaturperiode gehöre er dem Bundestag 37 Jahre an. "Ich denke, es ist nun Zeit für einen Wechsel, zumal auch ich nicht immer jünger werde", schreibt der 67-Jährige.

Lammert ist einer der bekanntesten CDU-Politiker und sitzt seit 1980 im Bundestag. 2005 wurde er zum Präsidenten des Parlaments gewählt. Er gilt als souverän, unbequem, und unter Parteifreunden bisweilen auch als widerborstig. Vom Bundestag hatte Lammert immer wieder mehr Selbstbewusstsein gegenüber der Bundesregierung eingefordert. "Nicht die Regierung hält sich ein Parlament, sondern das Parlament bestimmt und kontrolliert die Regierung", lautet eine seiner oft wiederholten Mahnungen.

Der Landesvorsitzende Laschet bedauerte die Entscheidung Lammerts. "Er gehört zu den herausragenden Persönlichkeiten der deutschen Politik und ist über Parteigrenzen hinweg als Kämpfer für den Parlamentarismus und die Demokratie anerkannt", teilte der Chef der CDU in Nordrhein-Westfalen mit. "Dem Deutschen Bundestag werden sein Humor, seine Wortgewalt und seine geistige Originalität fehlen."

In den vergangenen Monaten war Lammert auch als Nachfolger für den scheidenden Bundespräsidenten Joachim Gauck gehandelt worden. Der Rückhalt in der Union wäre ihm nach Einschätzung von Parteifreunden sicher. Allerdings dürfte die Unterstützung der SPD fehlen. Lammert selbst hat sich dazu nie direkt geäußert.

brk/dpa



insgesamt 34 Beiträge
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Vermeer79 17.10.2016
1. Na, na, na, wird hier nicht doch
etwa die Kandidatur für den Posten des Bundespräsidenten vorbereitet? Eigentlich schade, dass Herr Lammert aufhört. Legendär seine Debatten über die Redezeit und mit Gysi. Die spitzen Kommentare und humoristischen Beiträge im Bundestag werden dem Bundestag fehlen.
skeptikerjörg 17.10.2016
2. Schade
Einer der wenigen mit Rückgrat und eigener Meinung. Leider werden die volksnahen und pragmatischen Typen im Bundestag immer weniger und machen mehr den smarten Polit-Theoretikern und ideologisch verhafteten Bankdrückern Platz. Aber mit 67 hat er auch das Rentenalter erreicht und der Abgang sei ihm gegönnt.
Freidenker10 17.10.2016
3.
Schade, Lammert schien mir der einzige CDU ler der Merkel wenigstens nicht blindlings nachgeplappert hat! Er hat seinem Amt auch gutgetan und es überparteisch geführt. Bitte mehr von seinem Kaliber!
winki 17.10.2016
4. Nach fast vier Jahrzehnten ist Schluss
Völlig verständlich nach so langer Zeit. Leider werden wir so einen Bundestagspräsidenten nie wieder bekommen. Ich werde nicht vergessen wie er die Kanzlerin und Kauder zurecht wies weil sie sich lautstark in Nähe das Rednerpultes unterhielten wärend eine Abgeordnete der Linken sprach. Der Mann hat Mut. Auch sein Humor wird wohl nicht zu toppen sein.
Menschundrecht 17.10.2016
5. Das Schweigen des Lammert
Und das ist gut so. Alles Wesentliche hat er gesagt. (http://www.spiegel.de/forum/politik/vatikan-besuch-merkel-bekommt-privataudienz-beim-papst-thread-90734-5.html#postbit_12765670) Das Publikum kann sich von der Verblödungslampe bestrahlen lassen und hier (http://www.spiegel.de/kultur/tv/ard-film-terror-ich-bin-froh-dass-ich-kein-richter-bin-a-1116495.html) weiter diskutieren.
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