Norbert Röttgen "Wir beschäftigen uns immer nur mit unseren Fragen, statt mit den Fragen der Menschen"

Der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen rechnet mit der Großen Koalition ab: Es gehe immer nur um die Frage, wie sie im Amt bleiben könne. Deutschland sei ein "Totalausfall".
Norbert Röttgen (CDU): Abrechnung mit der GroKo

Norbert Röttgen (CDU): Abrechnung mit der GroKo

Foto: Kay Nietfeld/ dpa/ picture alliance

Norbert Röttgen (CDU) wirft der Bundesregierung vor, sich zu wenig mit aktuellen Herausforderungen zu beschäftigen. "So geht es nicht weiter, dass die Große Koalition im Grunde sich immer nur die Frage stellt: 'Wie können wir im Amt bleiben?', anstatt sich an den Problemen zu messen, die die Menschen beunruhigen", sagte Röttgen in der ZDF-Sendung "Berlin direkt" .

Röttgen ist Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Bundestags. In der Sendung forderte er auch, dass die Regierung Europa handlungsfähiger machen müsse. Die Große Koalition habe sich zum Anfang über Europa definiert. Man stehe vor der historischen Aufgabe, Europa angesichts der Machtverhältnisse in der Welt neu zu positionieren.

Die "New York Times" hatte Röttgen vor wenigen Tagen in einem Artikel über Europa mit den Worten zitiert , Deutschland sei ein "Totalausfall". Er könne keine Europapolitik erkennen. Der Außenminister sei ein Ausfall, die Kanzlerin wisse alles, tue aber nichts.

Röttgen: Nicht den "klassischen Fehler der SPD" wiederholen

Im ZDF warnte der CDU-Politiker seine Partei vor Personaldiskussionen. "Menschen werden sich abwenden, weil sie sagen: Dafür seid ihr nicht da - für eure Fragen. Wir beschäftigen uns immer nur mit unseren Fragen, statt mit den Fragen der Menschen." Die Union würde sonst einen "klassischen Fehler der SPD" wiederholen.

In der Union tobt derzeit ein Streit um eine mögliche Urwahl der Kanzlerkandidaten. Traditionell hat der amtierende CDU-Chef oder die Parteichefin das erste Zugriffsrecht auf die Kanzlerkandidatur, aktuell ist das Annegret Kramp-Karrenbauer. In den vergangenen Monaten wuchs jedoch die Kritik an ihr. Die Junge Union will nun auf dem CDU-Bundesparteitag im November einen Antrag auf Urwahl der Kanzlerkandidaten einbringen.

kko/dpa
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