Nord-SPD Stegner Spitzenkandidat für Schleswig-Holstein

Der SPD-Vorsitzende Ralf Stegner ist Spitzenkandidat der Sozialdemokraten in Schleswig-Holstein. Über 90 Prozent der Delegierten nominierten den 48-Jährigen. Auch ein Plädoyer für die Zusammenarbeit mit der Linkspartei, denn Stegner schließt ein Bündnis 2010 nicht aus.


Lübeck - Mehr als eineinhalb Jahre vor der Landtagswahl hat die schleswig-holsteinische SPD ihren Vorsitzenden Ralf Stegner als Spitzenkandidaten nominiert. Mit großer Mehrheit kürte ein Parteitag den 48-Jährigen am Samstag in Lübeck zum Herausforderer von Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (61, CDU). In geheimer Abstimmung erhielt Stegner 97 von 107 Stimmen. Er wertete das Ergebnis von über 90 Prozent als Zeichen der Geschlossenheit der Nord-SPD. Zur Spitzenkandidatin für die Europawahl 2009 wählte der Parteitag die Landtagsabgeordnete Ulrike Rodust.

Der SPD-Landesvorsitzende Ralf Stegner nach seiner Wahl zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl 2010: "Grüner Blumenstrauß und Rot-Rote Perspektiven"
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Der SPD-Landesvorsitzende Ralf Stegner nach seiner Wahl zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl 2010: "Grüner Blumenstrauß und Rot-Rote Perspektiven"

Die Ex-Regierungschefs Björn Engholm und Heide Simonis sowie der Regierende Berliner Bürgermeister Klaus Wowereit unterstützten Stegner. Dessen über einstündige kämpferische Bewerbungsrede quittierten die Delegierten stehend mit Applaus. Offiziell wählt die SPD ihren Spitzenkandidaten erst Anfang 2010 mit der Landesliste.

"Ich weiß, dass wir nicht als Favoriten starten", räumte Stegner ein. Sein Ziel sei es aber nicht, Oppositionsführer oder Minister zu werden. Für den Fall eines Sieges der SPD bei der Landtagswahl 2010 schließe er eine Zusammenarbeit mit der Linkspartei nicht aus, sagte Stegner am Samstag in einem Interview mit Deutschlandradio Kultur.

"Wenn es nach mir geht, werden wir aus der hessischen Erfahrung lernen, dass man vor Wahlen für seine Inhalte wirbt und nicht sagt, mit wem man zusammen- und mit wem man auf gar keinen Fall zusammengehen will." Man müsse mit allen Parteien außer den rechtsextremen reden können, so Stegner. Ziel der SPD sei es jedoch, die Linke ganz aus dem Landtag herauszuhalten. Eine Fortsetzung der großen Koalition nach 2010 sei keine Perspektive, sofern die Wähler etwas Anderes zuließen, das verantwortbar sei, betonte er.

cjp/dpa



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