Test einer Interkontinentalrakete Merkel fordert schärfere Sanktionen gegen Nordkorea

Nach dem Test einer Interkontinentalrakete hat Kanzlerin Merkel eine härtere Gangart gegen Nordkorea gefordert. Bei einem Treffen mit Südkoreas Präsident Moon sprach sie von einer Gefahr für den Weltfrieden.

Von Nordkorea veröffentlichtes Bild, das den Raketenstart am 4. Juli 2017 zeigen soll
Uncredited/KCNA via KNS/AP/dpa

Von Nordkorea veröffentlichtes Bild, das den Raketenstart am 4. Juli 2017 zeigen soll


Bundeskanzlerin Angela Merkel und Südkoreas Präsident Moon Jae In haben schärfere Sanktionen gegen Nordkorea gefordert. "Wir sehen, dass von Nordkorea eine große Gefahr für den Weltfrieden ausgeht", sagte Merkel nach einem Treffen mit Moon. Das nordkoreanische Regime setze seine "völkerrechtswidrige Atom- und Raketenprogrammpolitik" fort, kritisierte die Kanzlerin.

Jetzt gehe es darum, "wie wir hier am besten reagieren, wie wir den Druck aufrecht erhalten können, wie wir die Sanktionen erhöhen können", sagte Merkel. "Dies ist uns ein Herzensanliegen." Deutschland stehe "an der Seite der koreanischen Bevölkerung, wenn es darum geht, klar zu zeigen, dass wir gegen dieses Raketenprogramm, dass wir gegen die atomare Bewaffnung sind und dass wir uns gemeinsam für den Frieden einsetzen."

Nordkorea hatte am Dienstag - dem amerikanischen Unabhängigkeitstag - erstmals eine Interkontinentalrakete getestet. Die Streitkräfte der USA und Südkoreas hielten als Warnung an Machthaber Kim Jong Un daraufhin eine gemeinsame Raketenübung ab.

Moon bezeichnete den Waffentest als große Drohung und Provokation. "Nordkorea sollte sofort aufhören. Dafür sollten wir intensive Sanktionsmöglichkeiten erarbeiten." Er kündigte an, dass er das Thema auf dem am Freitag in Hamburg beginnenden G20-Gipfel der größten Industrie- und Schwellenländer ansprechen werde. Allerdings müsse der Konflikt friedlich gelöst werden. Die USA beantragten unterdessen eine Sitzung des Uno-Sicherheitsrats.

Angela Merkel mit Präsident Moon Jae In
AP

Angela Merkel mit Präsident Moon Jae In

Das US-Verteidigungsministerium verurteilte den Start der Rakete als Eskalation. Es habe sich um eine neuartige Rakete gehandelt, die "wir noch nicht gesehen haben", sagte Pentagon-Sprecher Jeff Davis. Das US-Militär sei aber in der Lage, die USA gegen die durch die Rakete aufkeimende Bedrohung zu verteidigen.

Merkel betonte mit Blick auf den G20-Gipfel in Hamburg, Südkorea und Deutschland seien sich einig, dass die Globalisierung nur gemeinsam gestaltet werden könne. Eine solche regelbasierte Weltordnung sei auch das Leitbild, dem die 20 mächtigsten Staats- und Regierungschefs folgen würden.

apr/Reuters/dpa



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pliquett 05.07.2017
1. Gefahr für den Weltfrieden?
Ich bin zwar auch uneingeschränkt für eine größtmögliche Abrüstung und absolut kein Fan von Kim Jong Un. Aber Nordkorea ist wohl kaum eine Gefahr für den Weltfrieden, da gibt es zig andere Staaten/Bündnisse. Außerdem ist ist es mehr als unverständlich, dass einige Länder Atomwaffen/Langstreckenraketen etc. besitzen dürfen und andere nicht. Da wären UN Resulutionen gegen tatsächliche Kriegstreiber/Ausbeuter sicher angemessener.
hugo_herrmann 05.07.2017
2.
Nordkorea lässt seine Atomwaffen wenigstens in seinem Land, während die USA mindestens 180 Nuklearwaffen in Europa stationiert hat. Die Sprengkraft "Unserer" in Büchel stationierten Wasserstoffbomben dürfte wohl auch um ein vielfaches höher sein als die von Nordkorea entwickelten. Der Unterschied, der eine darf es haben (oder nicht, eigentlich dürften in Deutschland keine Nuklearwaffen sein, wegen dem Atomwaffensperrvertrag) der andere darf eben keine haben! Wer sagt etwas gegen Israel, USA, China, Russland, Pakistan, England, Frankreich und eben gegen Deutschland? Übrigens "Unsere" Wasserstoffbomben kann man unter unsere Tornadoflugzeuge hängen, abwerfen und zielgenau lenken (natürlich nicht alle 20 Wasserstoffbomben an einen Tornado!
eugler 05.07.2017
3. traurig
Es ist traurig und beschämend aus einem Land zu stammen, in dem der letzte Bundespräsident (angeblich ein Christ) und die Kanzlerin systematisch auf militärische Konflikte hinarbeiten und jegliche Friedensbemühungen aß absurdum führen. Nord Korea ist sicher kein Hort der Freiheit, aber bisher haben sie keinen illegalen Krieg auf der Haben-Liste. Wieviele Kriegsverbrechen wurden im Drohnenkrieg, Irakkrieg usw bisher verübt? Solange man hierzu schweigt, ist es eine Farce auf Staaten wie NK zu zeigen.
Whow 05.07.2017
4. Merkel ist eher mit ihrer Meinung eine Gefahr für den inneren Frieden
Was die Raketentechnik die Nordkorea versucht zu erlangen oder erlangt hat ist doch nur der Versuch einen Anschluss an eine längst verbreitete Technik zu bekommen. Es wundert mich dass Merkel vor einer Bundestagswahl eine Meinung hat. Eine Aussage zum inneren Frieden in der Bundesrepublik fehlt völlig. Ihr Animateur aus Bad Seehofen ist ebenfalls ruhig. Wo bleibt eine Äusserung zu dem von ihr unterstützten Hauptproblem der Flüchtlingskrise? Wir haben gelernt dass die Bevölkerung das Aussitzen muss. Bei diesem Vorbild fehlt mir jede Zukunftsaussicht.
keine Zensur nötig 05.07.2017
5. Die Gefahr für den Weltfrieden
Mein Vorschlag für den Weltfrieden - Fr. Dr. Merkel holt Trump, Moon und den kleinen Dicken an den Verhandlungstisch. Die Chinesen hatten den kleinen Dicken schon soweit, nur Angies bester Freund kam nicht herbei. Jetzt mit dem spontanen Trump dürfte das einfacher sein. Wenn man dem vorrechnet, was so ein Krieg kostet, dann wird er schon einlenken. Sanktionen könnte man bei den Zuständen in Hamburg gegen den dortigen Senat verhängen.
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