Streit über Nordsyrien-Plan Maas greift Kramp-Karrenbauer erneut an - scharfe Kritik aus der Union

Außenminister Maas wirft Annegret Kramp-Karrenbauer vor, sie habe mit ihrem Nordsyrien-Vorstoß die deutsche Außenpolitik "beschädigt". Die Antwort der Union folgt prompt: Maas falle seiner Kollegin in den Rücken.

Heiko Maas und Annegret Kramp-Karrenbauer: Wer von beiden schadet nun der deutschen Außenpolitik?
Michael Sohn/ AP

Heiko Maas und Annegret Kramp-Karrenbauer: Wer von beiden schadet nun der deutschen Außenpolitik?


Außenminister Heiko Maas hat erneut deutlich gemacht, dass er nicht viel vom Nordsyrien-Vorstoß seiner Kabinettskollegin Annegret Kramp-Karrenbauer hält: Die Verteidigungsministerin habe damit die deutsche Außenpolitik "beschädigt", sagte Maas am Montagabend bei einer Veranstaltung des Redaktionsnetzwerks Deutschland.

Kramp-Karrenbauer hatte nach Beginn der türkischen Offensive in Nordsyrien die Einrichtung einer international kontrollierten Schutzzone entlang der türkisch-syrischen Grenze vorgeschlagen. Ihr Vorstoß löste Irritationen innerhalb der Bundesregierung und bei internationalen Verbündeten aus, kam aber in der CDU gut an.

SPD-Politiker Maas sagte, er glaube, dass der Vorschlag der CDU-Chefin "weder innerhalb der Bundesregierung noch innerhalb der Union" abgestimmt gewesen sei. "So etwas macht keinen guten Eindruck, weder innerhalb noch außerhalb Deutschlands."

Maas verteidigt frühere Aussagen: "Nichts dabei"

Zudem verteidigte Maas eigene Aussagen im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem türkischen Außenminister Mevlüt Cavusoglu in Ankara, als er Kramp-Karrenbauers Vorstoß als unrealistisch abgetan hatte. Stattdessen habe man "die Zeit genutzt, uns mit den Themen auseinanderzusetzen, die wichtig sind für die Menschen in Syrien jetzt", hatte Maas bei dem Treffen in Ankara gesagt.

Er habe damit "die Frage eines Journalisten beantwortet, deshalb war auch nichts dabei", sagte der Außenminister nun. Auch habe er die Kabinettskollegin dabei nicht namentlich genannt.

Unionsfraktionsvize: Maas' Verhalten schadet "deutschen Staatsinteressen insgesamt"

Aus der Union folgte prompt Kritik an Maas. Der stellvertretende Unionsfraktionschef Johann Wadephul sagte der Nachrichtenagentur Reuters: "Ein Außenminister, der im In- wie im Ausland der Kabinettskollegin in den Rücken fällt, schadet nicht nur der Außenpolitik, sondern deutschen Staatsinteressen insgesamt." Die Union erwarte, dass der Außenminister "seinen theoretischen Überlegungen zur erhöhten Verantwortung Deutschlands eine operative Politik folgen lässt".

Der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Jürgen Hardt, bezeichnete Maas' erneute Kritik an Kramp-Karrenbauer als "nicht akzeptabel". Die "Verbalattacke" beschädige die außenpolitische Handlungsfähigkeit Deutschlands "zutiefst". Maas solle den Vorschlag einer internationalen Sicherheitszone in Nordsyrien endlich offensiv aufnehmen und sich in internationalen Gremien dafür einsetzen, sagte Hardt.



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mes/AFP/Reuters

insgesamt 33 Beiträge
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Minette 05.11.2019
1. Nun ist es leider
Herr Maas, der unsern Ruf beschädigt. AKK's Vorschlag war sehr gut und ich hab mich ein bißchen weniger geschämt für Deutschland..... Ich sehe auf weiter Flur niemanden, der das zerbrochene Geschirr unserer Parteien wieder klebt. Ein Trauerspiel
hrrohde 05.11.2019
2. Unsere Außenpolitik
Es wäre ja schon hilfreich wenn Herr Maas erklären würde was denn überhaupt seine Außenpolitik ist. Ich sehe keine.....
claus7447 05.11.2019
3. Nun ...
... wenn die CDU nicht akzeptieren will dass AKKs Vorschlag ein Vollflopp war, dann haben sie vergessen wie viel Nationen sofort HURRA geschrieben haben - oder habe ich jemanden überhört?
sikasuu 05.11.2019
4. Seit wann macht die Verteidigungsministerin Außenpolitik!
Sie kann, selbst wenn sie Vorsitzende einer Regierungspartei ist" INTERN was vorschlagen, hast sich aber am Gesamtrahmen zu orientieren. . AKK hat mMn. eindeutig überzogen, auch wenn sie irrtümlich "glaubt" als Parteivorsitzende hätte sie das "Recht" dazu. . Der Lady fehlt mMn. vollkommen der Überblick, was sie für Rollen & Möglichkeiten & wie SIE bei öffentlichen Äußerungen "zu spielen" hat. . Solche unabgestimmten Ideen kann sie sich vielleicht als Hinterbänkler leisten, aber auch das ist mMn. schn daneben. . In den Ämtern die sie um Moment besetzt ist das ein absolutes NO-GO!
birdie 05.11.2019
5. Die Äusserungen von Herrn Maas sind befremdlich, denn
von ihm fehlen bisher absolut jedwede substantiierten Überlegungen dazu, wie der Entwicklung im syrisch/türki- schen Grenzgebiet zu begegnen ist. Und sein Versuch, AKK einen Maulkorb umzuhängen, damit sie seine Kreise nicht stört, ist nur als Ausdruck seiner Hilflosigkeit zu begreifen. Er würde es besser machen, wenn er dem beispielhaften Vorbild der Bundeskanzlerin folgen würde: erst einmal gründlich nachzudenken, bevor er etwas öffentlich sagt.
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