NPD-Anwalt vor Gericht Die obskure 9/11-Theorie des Horst Mahler

Um sich selbst zu entlasten, präsentierte der NPD-Anwalt Horst Mahler jetzt vor Gericht eine obskure These zu den Terror-Anschlägen vom 11. September. Angeblich seien diese eine gezielte Täuschung und nicht das Werk von islamischen Gotteskriegern gewesen.


Im Mainzer Prozess gegen ihn zeigte Horst Mahler am Freitag unzählige Fotos, die seine Verschwörungstheorie belegen sollen
AP

Im Mainzer Prozess gegen ihn zeigte Horst Mahler am Freitag unzählige Fotos, die seine Verschwörungstheorie belegen sollen

Mainz - Der rechtsextreme Anwalt Horst Mahler hat eine Verantwortung islamischer Terroristen für die Anschläge vom 11.September bestritten. Mahler sagte am Freitag vor dem Landgericht Mainz, die Bilder von Flugzeugen, die in das World Trade Center und das Pentagon stürzen, seien manipuliert worden. Die betroffenen Gebäude seien möglicherweise von bunkerbrechenden Raketen getroffen worden. Beim World Trade Center gebe es zudem Hinweise auf eine Sprengung von innen. Der Rechtsanwalt zeigte am Freitag vor Gericht zahllose Fotos, die seine Sicht der Anschläge belegen sollen.

Mahler steht zur Zeit in Mainz wegen Billigung der Terroranschläge vom 11. September 2001 vor Gericht. Der Rechtsanwalt, der auch die NPD im Verbotsverfahren vor dem Bundesverfassungsgericht vertritt, hatte in einem ZDF-Interview die Anschläge des Terrornetzwerks al-Qaida als rechtens bezeichnet. Die Anklage wirft ihm vor, er habe Hochachtung gegenüber den Terroristen ausgedrückt und sie als eine Armee bezeichnet, "die einen Feind angreift".

Mahler sagte am Freitag, er sei in dem genannten Interview davon ausgegangen, dass es sich bei den Ereignissen vom 11. September um die Handlungen einer "Widerstandsorganisation gegen eine Weltmacht" handelte. Inzwischen sei ihm aber klar, dass die offizielle Version der Anschläge falsch sein müsse. Die Staatsanwaltschaft warf Mahler vor, er versuche, historische Tatsachen zu leugnen und Propaganda zu betreiben. Mahler war im vergangenen Jahr wegen seiner Äußerungen über den 11. September zu einer Geldstrafe von 7.200 Euro verurteilt worden.



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