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12. März 2017, 15:34 Uhr

Parteitag der Rechtsextremen

Frank Franz bleibt NPD-Chef

Frank Franz hat einen Aufstand des besonders radikalen Flügels der NPD abgewehrt. Beim Parteitag der Rechtsextremen in Saarbrücken konnte sich der Vorsitzende in einer Kampfabstimmung durchsetzen.

Er bemüht sich um ein vergleichsweise bürgerliches Image von sich und seiner rechtsextremen Partei - und ist deshalb in der NPD besonders umstritten: Frank Franz. Beim Parteitag in Saarbrücken musste sich der Vorsitzende in einer Kampfabstimmung Thorsten Heise stellen, ein mehrfach vorbestrafter Neonazi.

Im Vorfeld war von einer Richtungswahlentscheidung die Rede. Es ging um die Frage, ob sich die NPD in Zeiten zahlreicher Wahlpleiten durch eine noch radikalere Linie von der rechtspopulistischen AfD abgrenzen soll.

Doch offenbar hat sich die Mehrheit gegen eine Kurskorrektur entschieden: In Saarbrücken wurde Franz, seit 2014 im Amt, mit deutlicher Mehrheit wiedergewählt. Von 172 abgegebenen Stimmen entfielen 102 auf Franz und 69 auf Heise bei einer Enthaltung. Das teilte die Partei am Sonntag mit. Die Wahl hatte bereits am Samstagabend stattgefunden. Journalisten waren vom Parteitag ausgeschlossen worden.

Heise wurde als einer von drei stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Das Bundesverfassungsgericht hatte die Partei im Januar als verfassungsfeindlich eingestuft, ein Verbot aber abgelehnt.

kev/dpa

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