Wahlschlappe Röttgen gibt Amt als Chef der NRW-CDU ab

Noch nie hat die CDU im Nordrhein-Westfalen ein so schlechtes Wahlergebnis erzielt wie bei dieser Landtagswahl. Nun zieht Spitzenkandidat Norbert Röttgen die Konsequenzen aus dem Debakel: Er gibt den Vorsitz der Landespartei ab und kehrt als Umweltminister nach Berlin zurück.

Christdemokrat Röttgen: Zurück nach Berlin
dapd

Christdemokrat Röttgen: Zurück nach Berlin


Düsseldorf - Norbert Röttgen gibt sein Amt als Chef der Landes-CDU in NRW auf. "Dieser Wahltag ist für die CDU Nordrhein-Westfalen und für mich persönlich ein bitterer Tag", sagte er kurz nach 18 Uhr. "Es ist eine eindeutige klare Niederlage, die wir heute erlitten haben." Er wolle nichts beschönigen, die Schlappe sei "eindeutig, umfassend und klar" und "sie tut richtig weh". Die Niederlage sei zuerst seine eigene. Der Wahlkampf sei auf ihn ausgerichtet gewesen. Noch im kommenden Monat soll es einen Landesparteitag geben, auf dem er nicht wieder antreten werde.

Schon vor der Wahl hatte es in der NRW-CDU rumort, auch wenn es keinen öffentlichen Aufstand gab. Doch das Ergebnis von diesem Sonntag ist ein historisch schlechtes - deutlich niedriger als 2010. Schon damals waren es nur 34,6 Prozent. Eine Große Koalition ist ebenfalls vom Tisch.

Röttgen hatte am Mittag in seinem Wohnort Königswinter-Stieldorf seine Stimme abgegeben. Hand in Hand mit Ehefrau Ebba kam er zehn Minuten später als angekündigt zum Wahllokal in der Grundschule des Ortes vor den Toren Bonns. "Wir haben Wahlkampf gemacht, jetzt entscheiden die Bürgerinnen und Bürger", sagte Röttgen, der ohne Krawatte in Jeans und schwarzem Sakko auftrat. Auf weitere Fragen ging er nicht ein.

Oft wurde Röttgen als "Kronprinz" von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gehandelt, galt als "Muttis Klügster" im Kabinett. Tatsächlich war er es, der gegen Widerstände in der schwarz-gelben Koalition den Atomausstieg vorantrieb. Er gilt als Modernisierer in seiner Partei und Türöffner zu den Grünen. Den Konservativen in seiner Partei ist er suspekt. Ein volksnaher Straßenwahlkämpfer zum Anfassen ist Röttgen nicht. Er wirkt nüchtern, kommt eher als "Klassenprimus" denn als "Landesvater" rüber.

Der Landtag hatte sich im März nach nur zwei Jahren aufgelöst, weil die rot-grüne Minderheitsregierung ihren Haushalt für 2012 nicht durch das Parlament bringen konnte. Wegen der gut 13,2 Millionen Wahlberechtigten gilt die Wahl in NRW auch als "kleine Bundestagswahl".

ffr/dpa/dapd



insgesamt 36 Beiträge
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Seite 1
Flari 13.05.2012
1.
Zitat von sysopdapdNoch nie hat die CDU im Nordrhein-Westfalen ein so schlechtes Wahlergebnis erzielt wie bei dieser Landtagswahl. Nun zieht Spitzenkandidat Norbert Röttgen die Konsequenzen aus dem Debakel: Er gibt den Vorsitz der Landespartei ab und kehrt als Umweltminister nach Berlin zurück. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,832922,00.html
Die erste Rede von ihm, die ich insgesamt gut fand. Nur das er NRW sofort wieder verlässt, war ja vorher klar..
derlabbecker 13.05.2012
2. und er macht genau...
Zitat von sysopdapdNoch nie hat die CDU im Nordrhein-Westfalen ein so schlechtes Wahlergebnis erzielt wie bei dieser Landtagswahl. Nun zieht Spitzenkandidat Norbert Röttgen die Konsequenzen aus dem Debakel: Er gibt den Vorsitz der Landespartei ab und kehrt als Umweltminister nach Berlin zurück. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,832922,00.html
... was alle erwartet haben. Schön ins gemachte Nest zurück nach Berlin auf sein Ministerpöstchen. DAS ist unter anderem auch der Grund für die Niederlage der CDU in dieser Wahl. Er hat zu nichts Stellung genommen, immer schön wischi waschi, nichts konkretes, nicht mal zu seiner Rolle nach der Wahl. Die SPD hat das mit der Kampagne 'NRW im Herzen' gnadenlos ausgenutzt. Gut für NRW, dass uns diese Flachpfeife erspart bleibt!
Augustusrex 13.05.2012
3. Rücktritt
und wann tritt der komplett zurück? Ich meine als Minister.
SonicTwen 13.05.2012
4. Aus als Umweltminster!
Wie heißts so schön: Die Ratten verlassen das sinkende Schiff (NRW-CDU). Da ist natürlich Opportunist Röttgen gleich der Erste. Uneingeschränkte Verantwortung übernimmt er nur, wenn er auch als Umweltminister zurück tritt. Aber dafür hat die Berufspolitikermarionette natürlich keinen Mumm. Das Ergebnis der CDU ist so vernichtend, dass ein Verbleiben Röttgens im Kabinett der Bundes-CDU massiv schaden würde. Hoffentlich merkt das Merkel und überredet ihn zu einem Rücktritt bzw. schmeißt ihn raus.
doc 123 13.05.2012
5. Merkel-Rücktritt!
Zitat von sysopdapdNoch nie hat die CDU im Nordrhein-Westfalen ein so schlechtes Wahlergebnis erzielt wie bei dieser Landtagswahl. Nun zieht Spitzenkandidat Norbert Röttgen die Konsequenzen aus dem Debakel: Er gibt den Vorsitz der Landespartei ab und kehrt als Umweltminister nach Berlin zurück. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,832922,00.html
Nach diesem CDU-Ergebnis des Merkel-Adlatus Röttgen würde man doch wohl eher den Merkel-Rücktritt erwarten. Selbst ein Schröder hatte bei de damaligen Ergebnis in NRW die Einsicht die Vertrauensfrage zu stellen. Unter 35 % für CDU und FDP sind ein derartig lächerlich niedriges Ergebnis, dass die Kanzlerin für sich persönlich Konsequenzen ziehen MUSS!
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