Belgisch-deutsche Grenze Aus AKW Tihange leckt offenbar radioaktives Wasser

Der Reaktor liegt nur 80 Kilometer von der deutschen Grenze: Aus dem belgischen Atomkraftwerk Tihange entweicht laut NRW-Umweltminister Johannes Remmel radioaktives Wasser. Der Politiker fordert Aufklärung.
Von Barbara Schmid und Marvin Oppong
Belgisches AKW Tihange: Risse in der Hülle

Belgisches AKW Tihange: Risse in der Hülle

Foto: Bruno Fahy/ dpa

Düsseldorf/Brüssel - Der nordrhein-westfälische Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) verlangt Aufklärung über Vorkommnisse in zwei belgischen Atomreaktoren. So liegen ihm Informationen vor, dass im nur 80 Kilometer von der Landesgrenze entfernt gelegenen Atomkraftwerk Tihange bei Lüttich seit längerer Zeit radioaktives Wasser entweicht und aufgefangen werden muss.

Ursache sind Mikrorisse an einem Abklingbecken. Vor zwei Wochen war der Block 2 in Tihange, zusammen mit dem baugleichen, dreißig Jahre alten Reaktor Doel 3 nahe Antwerpen, vom Netz genommen worden. Dort hatten Experten feine Risse in der Stahlhülle entdeckt.

Remmel hat das Bundesumweltministerium jetzt um Informationen zu beiden Anlagen gebeten. "Atomgefahren hören nicht an der Grenze auf", sagt Remmel, "diese Risikoreaktoren müssen dauerhaft abgeschaltet werden".

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.