Kutschaty vs. Wüst Letzte SPIEGEL-Umfrage vor der NRW-Wahl

Die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen gilt als kleine Bundestagswahl. Das Rennen zwischen SPD und CDU ist knapp, entscheidend am Ende: die Koalitionsfrage.
Wahlplakate von SPD und CDU in Düsseldorf

Wahlplakate von SPD und CDU in Düsseldorf

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Oliver Berg / dpa

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Mehr als 13 Millionen Wahlberechtigte können in Nordrhein-Westfalen am Sonntag einen neuen Landtag wählen. Die Abstimmung im bevölkerungsreichsten Bundesland gilt als kleine Bundestagswahl. Für Bundeskanzler Olaf Scholz  ist sie ein wichtiger Stimmungstest.

Können seine Sozialdemokraten mit Spitzenkandidat Thomas Kutschaty das Land zurückgewinnen? Oder gelingt CDU-Amtsinhaber Hendrik Wüst die Verteidigung?

Wenige Tage vor der Wahl liegen CDU und SPD nah beeinander: Die Union erreicht in einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey für den SPIEGEL rund 32 Prozent, die SPD kommt auf 29 Prozent. Der statistische Fehler liegt bei bis zu 2,7 Prozentpunkten, so dass eine klare Aussage zur Rangfolge der beiden Parteien nicht möglich ist.

Auf dem dritten Platz liegen die Grünen mit rund 16 Prozent, FDP und AfD liegen jeweils bei etwa sieben Prozent. Die Linke würde mit rund drei Prozent den Einzug in den Landtag verpassen.

Wichtig zur Einordnung dieser Umfrage: Sie ist keine Prognose des Wahlausgangs, sondern gibt einen Zwischenstand im Meinungsbildungsprozess der Wähler wieder. Der Befragungszeitraum umfasste den 5. bis 12. Mai, also die vergangenen sieben Tage.

Damit sind es bis zur Schließung der Wahllokale am Sonntag noch rund vier Tage, in denen sich die Wählenden noch umentscheiden können. Ein solches Verhalten war bei vielen Abstimmungen in der jüngeren Vergangenheit, vor allem bei Landtagswahlen, immer wieder zu beobachten.

Gegenwärtig regiert in Düsseldorf eine schwarz-gelbe Koalition, mit nur einer Stimme Mehrheit. Nach der letzten Landtagswahl im Jahr 2017 löste Armin Laschet die SPD-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft ab, deren Landesverband damals das schlechteste Ergebnis seit 1947 eingefahren hatte.

Als Laschet im vergangenen Herbst als gescheiterter Unionskanzlerkandidat in den Bundestag einzog, übernahm der damalige Landesverkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) das Amt des Ministerpräsidenten.

Sollte die CDU in Nordrhein-Westfalen abgewählt werden, würden die Unionsparteien absehbar nur noch fünf von 16 Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten stellen, wohingegen die SPD mit einem Regierungschef in Nordrhein-Westfalen insgesamt neun Landesregierungen anführen würde.

Nach der herben Schlappe bei der Bundestagswahl im vergangenen Jahr und bei der Landtagswahl im Saarland würde der CDU mit einer Niederlage im bevölkerungsreichsten Bundesland ein weiterer Bedeutungsverlust und weniger Mitspracherecht im Bundesrat drohen. Aufwind könnte hingegen der klare Wahlsieg von Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) in Schleswig-Holstein vom vergangenen Sonntag bringen. 

Die Wahl in Nordrhein-Westfalen ist die dritte von vier Landtagswahlen in diesem Jahr. In Niedersachsen findet die Wahl am 9. Oktober statt.

asc/AFP
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