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Vorläufiges Endergebnis der NRW-Landtagswahl Knappe Mehrheit für Schwarz-Gelb

Machtwechsel in Nordrhein-Westfalen: Laut vorläufigem Endergebnis ist die CDU mit ihrem Spitzenkandidaten Armin Laschet klarer Sieger der Landtagswahl. Union und FDP haben eine hauchdünne Mehrheit, aber auch eine Koalition mit der SPD wäre möglich.

Auf Rot-Grün könnte Schwarz-Gelb folgen: Die CDU ist der Sieger der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen. Spitzenkandidat Armin Laschet kann nun eine Koalition mit der FDP bilden. Allerdings verfügen die beiden Parteien nur über eine hauchdünne Mehrheit, möglich wäre auch eine große Koalition.

Die CDU verbesserte sich laut vorläufigem Endergebnis um fast sieben Punkte auf 33 Prozent. Die SPD sackte hingegen um fast acht Punkte auf 31,2 Prozent ab. Für die Sozialdemokraten ist das Ergebnis nach den Wahlen im Saarland und in Schleswig-Holstein die dritte Schlappe im Vorfeld der Bundestagswahl.

Die FDP wurde drittstärkste Kraft mit 12,6 Prozent. Die AfD erzielte auf Anhieb 7,4 Prozent, die Rechtspopulisten zogen damit in das 13. Landesparlament in Folge ein. Die Grünen verloren knapp fünf Punkte und landeten bei 6,4 Prozent. Die Linke konnte ihr Ergebnis von 2012 zwar annähernd verdoppeln, verpasste mit 4,9 Prozent aber denkbar knapp den Einzug in den Landtag.

Ein Bündnis aus CDU und FDP würde laut vorläufigem Ergebnis genau über die für eine absolute Mehrheit benötigte Mindestanzahl von 100 Sitzen verfügen. Neben einer großen Koalition wären auch zwei Dreierbündnisse möglich. Doch die Grünen hatten einer Jamaika-Koalition mit CDU und FDP vor der Wahl eine Absage erteilt. Die Liberalen schlossen ihrerseits eine Ampelkoalition mit SPD und Grünen aus.

Die Sozialdemokraten stürzten gut vier Monate vor der Bundestagswahl auf einen historischen Tiefstand im bevölkerungsreichsten Bundesland, Ministerpräsidentin Hannelore Kraft trat von allen Parteiämtern zurück.

Kraft erklärte nach dem Wahldebakel ihren Rücktritt als NRW-Landeschefin der SPD sowie als Parteivize im Bund. "Ich übernehme persönlich die Verantwortung", sagte sie. Ihr Landtagsmandat will Kraft aber wahrnehmen.

Zerknirscht äußerte sich in Berlin auch SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz: "Das ist ein schwerer Tag für die SPD, ein schwerer Tag für mich persönlich." Auch er zeigte sich als SPD-Chef verantwortlich für das schlechte Ergebnis in NRW. Mit Blick auf die Bundestagswahl betonte er zugleich: "Wir sind eine kampferprobte Partei."

als/AFP
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