OB-Wahl in Görlitz CDU-Kandidat setzt sich gegen AfD-Konkurrent durch

Bei der Oberbürgermeisterwahl im ostsächsischen Görlitz hätte erstmals ein AfD-Kandidat ins Rathaus einer deutschen Stadt einziehen können. Doch der CDU-Bewerber Octavian Ursu gewann. Die Parteichefin ist erleichtert.

CDU-Oberbürgermeister-Kandidat Octavian Ursu
Heike Klovert/ SPIEGEL ONLINE

CDU-Oberbürgermeister-Kandidat Octavian Ursu


Der CDU-Kandidat Octavian Ursu hat die Oberbürgermeisterwahl in Görlitz gegen den AfD-Bewerber Sebastian Wippel gewonnen. Ursu setze sich laut dem vorläufigen Endergebnis mit 55,2 Prozent der Stimmen durch. Dies gab die Verwaltung der ostsächsischen Stadt am Sonntagabend bekannt. Das Ergebnis wurde von der Wahlleitung korrigiert, es waren zunächst 55,1 Prozent für Ursu gemeldet worden. Er bekam 14.043 Stimmen, für Wippel votierten 11.390 Wähler.

"Ich freue mich", sagte Ursu als Reaktion auf seinen Wahlsieg. "Nun geht es darum, auf die anderen zuzugehen, die mich nicht gewählt haben." Die Oberbürgermeisterwahl in Görlitz wurde auch als Stimmungstest für die Landtagswahl in Sachsen am 1. September gewertet.

Kramp-Karrenbauer: Sieg eines breiten Bündnisses

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer schrieb auf Twitter, der Sieg von Ursu über den AfD-Kandidaten sei "der Sieg eines breiten Bündnisses, für das ich dankbar bin". Sie fügte hinzu: "Übrigens haben wir uns darüber heute Abend im Koalitionsausschuss parteiübergreifend gefreut."

Nach einem ersten Reaktions-Tweet war Kramp-Karrenbauer zuvor im Internet kritisiert worden, weil sie darin geschrieben hatte: "Octavian Ursu und die @cdusachsen zeigen in #Goerlitz: Die @cdu ist die bürgerliche Kraft gegen die AfD. Herzlichen Glückwunsch an den neuen Oberbürgermeister von #Goerlitz!"

Die Kritiker hielten ihr vor, nicht erwähnt zu haben, dass die Kandidaten von Grünen und Linken auf eine erneute Kandidatur am Sonntag verzichtet hatten, um den AfD-Kandidaten Sebastian Wippel zu verhindern.

Die Wahlbeteiligung lag bei 56 Prozent und damit 2,6 Prozentpunkte unter der vom ersten Wahlgang am 26. Mai. Damals hatte Ursu mit 30,3 Prozent auf Platz zwei hinter Wippel (36,4 Prozent) gelegen. Die beiden ebenfalls unterlegenen Kandidatinnen Franziska Schubert von den Grünen (27,9) und Jana Lübeck von den Linken (5,5) hatten danach verzichtet, um ein AfD-Stadtoberhaupt zu verhindern.

Die Bundes-CDU reagierte erleichtert. Ursu sei von einem breiten Bündnis getragen worden, sagte CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Es ist auch ein großer Erfolg und Rückenwind für die sächsische Union unter Ministerpräsident Michael Kretschmer."

Wippel sprach trotz seiner Niederlage von einem "grandiosen Ergebnis". AfD-Landeschef Jörg Urban sagte, Görlitz sei die "Blaupause" für die Landtagswahl am 1. September. "Wir wollen auf über 30 Prozent kommen und mit dem Rückenwind aus der Lausitz bin ich auch optimistisch."

lie/jap/vks/dpa/AFP



insgesamt 265 Beiträge
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Seite 1
herrin 16.06.2019
1. Gut so!
Mehr muss man dazu nicht sagen.
claus7447 16.06.2019
2. Gratuliere
Es bleibt die Hoffnung dass da doch mehr Vernunft einzieht.
annoo 16.06.2019
3. "Nun geht es
darum, auf die anderen zuzugehen, die mich nicht gewählt haben." Das sind doch versöhnliche Worte. Ich hoffe dass es Octavian Ursu gelingt, zur Wiedervereinigung einer gespaltenen Gesellschaft in Görlitz beizutragen. (Hätte nicht gedacht, dass ich mich jemals über einen CDU-Sieg freuen würde ;-))
bcl 16.06.2019
4. Erleichterung
Heute fällt hier in Görlitz vielen ein Stein vom Herzen, die demokratischen Kräfte haben gezeigt, dass sie im entscheidenden Moment zusammenstehen. Hoffentlich war das der Höhepunkt der blauen Bewegung in dieser Stadt. Sehr schade, dass sich so viele von den einfachen Antworten der AfD blenden lassen und auch nicht zwischen Kommunalpolitik und Landes- bzw. Bundespolitik differenzieren können.
TomTheViking 16.06.2019
5. Irgendjemand schrieb, dass ist ein Test für die Landtagswahl.
Sollte man das Ergebnis daran messen sieht es düster für die CDU in Sachsen aus. Nur mit massiver Hollywood Unterstützung und der aller Medien von ZDF über ARD und haste nicht gesehen, der Unterstützung aller anderen Alt-Parteien, Gewerkschaften, Kirchen etc. pp. auf 55 Prozent zu kommen ist eine wahrlich schwache Kür.
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