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Obama in Berlin: Hello Mr. President

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Berlin-Besuch Merkel und Obama sprechen über Terror und Internet

Erst ein herzlicher Empfang durch Joachim Gauck, nun ein Arbeitstreffen mit der Kanzlerin: Barack Obama wird mit Angela Merkel auch über das umstrittene Spähprogramm Prism reden. In seiner Rede am Brandenburger Tor will der US-Präsident dann eine neue Abrüstungsinitiative starten.

Berlin/New York - Barack Obama ist im Bundeskanzleramt mit Angela Merkel zusammengetroffen. Zur Begrüßung küsste der US-Präsident der Kanzlerin auf die Wangen.

Nach einem Gespräch der beiden Regierungschefs, das rund 75 Minuten dauern soll, sind eine gemeinsame Pressekonferenz und ein Mittagessen unter vier Augen vorgesehen. Wichtigste Themen des Treffens sind die aktuellen Krisenherde Syrien und Iran, die Lage in der Türkei, das geplante Freihandelsabkommen zwischen den USA und der Europäischen Union sowie das Internet-Spähprogramm Prism des amerikanischen Geheimdienstes NSA.

Zuvor hatte Bundespräsident Joachim Gauck Obama bereits herzlich im Schloss Bellevue empfangen. Bei ihrer ersten Begegnung nahmen sich die beiden Staatsoberhäupter in den Arm. (Liveticker zum Besuch des US-Präsidenten hier).

Der US-Präsident wurde mit militärischen Ehren begrüßt. Gauck und Obama schritten die Ehrenformation der Bundeswehr ab. Danach zogen sie sich zu einem Gespräch zurück, das mit rund einer Stunde länger dauerte als geplant.

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Obama-Besuch: Berlin, 19. Juni, Sicherheitsstufe 1+

Foto: PAWEL KOPCZYNSKI/ REUTERS

Bei seinem Deutschland-Besuch will Obama offenbar weitere Schritte zur atomaren Abrüstung vorschlagen. Wie die "New York Times" unter Berufung auf Regierungsbeamte berichtete, wolle der Präsident die Bereitschaft der USA zur Reduzierung des eigenen Atomwaffenarsenals ankündigen, falls Russland zu ähnlichen Schritten bereit sei. Konkret gehe es um eine Verringerung der Anzahl strategischer Sprengköpfe um bis zu ein Drittel.

Pläne zur Reduzierung taktischer Atomwaffen

Zudem beabsichtige Obama, gemeinsam mit den Nato-Bündnispartnern Pläne zur Reduzierung taktischer Atomwaffen auszuarbeiten, heißt es in dem "NYT"-Bericht weiter . Obama wolle die Pläne am Mittwoch bei seiner Rede am Brandenburger Tor vortragen, die mit Spannung erwartet wird. (hier eine Karte mit den Stationen Obamas in Berlin). Ein Regierungsvertreter bestätigte am Mittwochmorgen die Pläne.

Obama hatte die atomare Abrüstung bereits zu Beginn seiner Amtszeit zum Thema gemacht. Nach Abschluss eines Vertrags über strategische Waffen mit Russland trat es jedoch wieder in den Hintergrund. Allerdings gibt es im US-Kongress auch Widerstand gegen weitere Zugeständnisse bei der Abrüstung.

Bei seiner Rede wolle Obama den Westen an seine Verantwortung für die Welt erinnern, sagte der stellvertretende Sicherheitsberater des Präsidenten, Ben Rhodes, am Dienstag an Bord der Präsidentenmaschine auf dem Weg nach Berlin. "Es ist ein Aufruf an die Bürger und Regierungen, zu tun, was notwendig ist, damit wir in den kommenden 50 Jahren so viel Erfolg haben wie in den vergangenen 50."

Obama will "Energie heraufbeschwören"

Obama wolle durch die Erinnerung an das Vergangene eine "Energie heraufbeschwören", die sich auf die Herausforderungen der Zukunft anwenden lasse, sagte Rhodes. Dabei denke er nicht nur an atomare Abrüstung und Klimawandel. Eine Rolle spiele auch der gemeinsame Anti-Terror-Kampf, die Lösung von Konflikten sowie die Notwendigkeit, demokratische Werte über die westliche Welt hinaus zu verbreiten. "Die Botschaft, die er senden möchte, ist, dass es manchmal bequem ist zu denken, die Geschichte läge hinter uns", sagte Rhodes.

Der US-Präsident ist am Dienstagabend in Berlin gelandet und bleibt bis Mittwochabend.

fab/dpa/Reuters
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