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26. Oktober 2013, 16:01 Uhr

Handy-Affäre

Obama hat angeblich von nichts gewusst

US-Präsident Barack Obama hat nach SPIEGEL-Informationen der Kanzlerin bei ihrem Telefongespräch am Mittwoch versichert, nichts von einer möglichen Überwachung ihres Handys gewusst zu haben. Sonst hätte er das sofort gestoppt. Er entschuldigte sich.

Berlin - US-Präsident Barack Obama hat der Bundeskanzlerin versichert, nichts von einer möglichen Überwachung ihres Mobiltelefons gewusst zu haben. Das sagte er Angela Merkel bei einem Telefonat am Mittwoch, wie der SPIEGEL berichtet.

Obama erklärte demnach, dass er eine Abhöraktion sofort gestoppt hätte, falls er davon informiert gewesen wäre. Der US-Präsident habe sein tiefes Bedauern ausgedrückt und sich bei Merkel entschuldigt, heißt es im Kanzleramt.

Merkel hatte Obama am Mittwoch angerufen, nachdem sich die Hinweise verdichtet hatten, dass ihr Handy von einem US-Geheimdienst überwacht werde. Ausgelöst hatte den Skandal eine Anfrage des SPIEGEL bei der Kanzlerin.

Auch die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" berichtet, dass Obama im Telefonat gesagt habe, nichts von einer Abhöraktion gewusst zu haben. Ähnliches teilte die Obama-Beraterin Susan Rice auch Merkels außenpolitischem Berater Christoph Heusgen am Telefon mit.

Eine Delegation der Bundesregierung reist in der kommenden Woche nach Washington, um die Vorwürfe rund um das Handy der Kanzlerin aufzuklären und Gespräche über ein geplantes "No-Spy"-Abkommen zu führen. Das Verhältnis zwischen Berlin und Washington hat wegen des Vorfalls Schaden genommen.

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