Obamas Tag in Berlin Liebeserklärung, Jogging und ein Bombenalarm

Sein erster Deutschland-Besuch ist perfekt durchgeplant: Bevor Barack Obama vor 200.000 Zuschauern an der Siegessäule sprechen konnte, absolvierte er ein reichhaltiges Vorprogramm. SPIEGEL ONLINE hat die wichtigsten Momente seiner Visite protokolliert.


+++ "Der Welt Gerechtigkeit und Frieden bringen" +++

[19.51] Immer wieder wird die Rede Obamas - sie dauert 30 Minuten - von Applaus und Jubel unterbrochen. Er schließt mit den Worten: "Bürger Berlins - und der ganzen Welt - wir stehen vor einer großen Herausforderung. Wir haben einen langen Weg vor uns. Aber ich bin gekommen um euch zu sagen, dass die Erben eines Freiheitskampfes sind. Wir haben eine unwahrscheinliche Hoffnung. Lasst uns auf unserer gemeinsamen Geschichte aufbauen, unser gemeinsames Schicksal annehmen und einmal mehr den ehrenhaften Kampf aufnehmen, der Welt Gerechtigkeit und Frieden zu bringen."

+++ "Ich danke dem deutschen Volk" +++

[19.25] "Ich grüße die Bürger Berlins, und ich danke dem deutschen Volk" - mit diesen Worten beginnt Barack seine Rede an die Berliner. Er spricht über die Stadt, seine Familie, die Krisenherde der Welt, den Terrorismus und die Herausforderungen von morgen.

+++ Obama begrüßt die Massen an der Siegessäule +++

[19.21] Der Tag hat seinen Höhepunkt erreicht: Mit einigen Minuten Verspätung beginnt Barack Obamas Rede an der Siegessäule. Der Präsidentschaftskandidat trägt einen schwarzen Anzug und eine blaue Krawatte. Etwa 200.000 Zuschauer jubeln dem berühmten Besucher auf der Bühne zu.

+++ Popkonzerte als Aufwärmprogramm +++

[18.33] Bald ist es soweit auf der Obama-Fanmeile: Nachdem gerade der Reggea-Musiker Patrice den Bühnenwärmer gegeben hat, spielt nun die Rockband Reamonn.

+++ Fanmeile füllt sich +++

[18.14] Ein Sicherheits-Check wie am Flughafen: Eine knappe Stunde vor Obamas Rede haben rund 5000 Menschen den Innenbereich der Fanmeile erreicht. Dafür müssen die Besucher an den Schleusen ihre Taschen ausleeren und durch Detektoren gehen. Zehntausende warten noch auf Einlass. Doch die Schleusen sollen demnächst dicht gemacht werden.

+++ Wowereit lobt Obama +++

[17.59] Auch der dritte Gesprächspartner ist ganz angetan vom Besuch: "Er ist ein sehr charmanter und zielstrebiger Mann, der eine Vision für Amerika und die ganze Welt hat", sagt Berlins Wowereit nach seinem Treffen über den Politstar.

+++ Obama lobt Merkel +++

[17.51] Warme Worte für die deutsche Kanzlerin: Sein Berater Robert Gibbs sagt, Obama sei beeindruckt von Merkels internationaler Führungsrolle bei Klimafragen und ihren Fähigkeiten zur Lösung von regionalen Konflikten. Europas Bemühungen, das iranische Atomprogramm zu beenden, weiß Obama durchaus zu schätzen.

+++ Umfragewerte sprechen für Obama +++

[17.42] Laut einer Umfrage für das "Wall Street Journal" und den Rundfunksender NBC hat der demokratische Präsidentschaftskandidat für die Wahl einen Vorsprung von sechs Prozent: 47 Prozent der Befragten in den USA geben an, im November für Obama stimmen zu wollen, 41 Prozent für den Republikaner McCain.

+++ Er liebt Berlin +++

[17.33] "I love Berlin", sagt Obama, "ich liebe Berlin".

+++ Gewichtestemmen vor der historischen Rede +++

[17.21] Jetzt ist es raus: Die Lücke im Terminplan nutzt der sportliche Senator tatsächlich fürs Fitnesstraining im Luxushotel am Potsdamer Platz. Ein Polizeisprecher bestätigt das. Obama ist in den USA bekannt dafür, dass er seine Muskeln mit Gewichtheben stählt.

+++ Überfüllte Besucher-Schleusen +++

[17.08] Durch den riesigen Andrang zur Fanmeile haben sich an den Besucher-Schleusen erste große Staus gebildet. Die Wartezeit zum Check-In für das Spektakel dauert zurzeit etwa eine halbe Stunde.

+++ Obama verlängert seinen Berlin-Aufenthalt +++

[16.59] Ihm scheint die deutsche Hauptstadt zu gefallen: Obama will am Freitag länger in Berlin bleiben als bislang geplant. Er hat seinen Abflug nach Paris um gut zwei Stunden verschoben, auf kurz nach 12.00 Uhr. Die Pläne könnten sich aber jederzeit wieder ändern, heißt es aus seinem Team.

+++ Fitnesstraining im Ritz Carlton +++

[16.49] In T-Shirt, schwarzer Trainingshose und weißen Turnschuhen betritt Obama das Luxushotel Ritz Carlton - offenbar will er dort im Fitnessraum Sport treiben. Vorher macht er aber noch ein bischen Wahlkampf: Auf dem Weg dahin winkt er lächelnd Touristen und anderen Schaulustigen zu.

+++ Obama trägt sich ins Berliner Gästebuch ein +++

[16.33] Das Treffen von Berlins Bürgermeister Wowereit und Obama im Hotel Adlon dauert 20 Minuten, sie plaudern unter anderem über das Thema Integration. Danach trägt sich Obama ins Gästebuch der Stadt ein, das Wowereit mitgebracht hat. Da steht nun: "Herzlichen Dank für diesen offenherzigen Empfang. Berlin ist ein Symbol für den Sieg der Hoffnung über die Angst und dafür, dass es unmöglich ist, Menschen in ihrem Streben nach Freiheit zu trennen."

+++McCain schaltet Anti-Obama Radiosendung +++

[16.21] Obamas republikanischer Kontrahent John McCain überlässt dem Senator aus Illinois in Berlin nicht allein das Feld - zumindest nicht in den drei US-Städten, die ebenfalls Berlin heißen. Er schaltet im Berlin der Staaten Pennsylvania, Wisconsin und New Hampshire Anti-Obama Radiospots, berichtet die "Washington Times".

+++ Startschuss für Zuschauer +++

[16.04] Tausende Zuschauer rennen auf der Straße des 17. Juni in Richtung Bühne los, wo Obama in wenigen Stunden seine Rede halten wird. Der Einlass hat begonnen, die ersten Zuschauer suchen sich gute Plätze, um zu verfolgen, was der US-Politiker den Deutschen zusagen hat.

+++ Wowereit kommt ins Adlon +++

[16.01] Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) ist ins Adlon gekommen, um mit Obama zu sprechen. Geplant war, dass Obama sich ins Gästebuch der Stadt einträgt.

+++ Paris lässt Obama-Besuch am Freitag kalt +++

[15.31] Während der Besuch von Obama in Berlin viel Wirbel auslöst, interessiert seine Paris-Reise am Freitag nur wenige. Einen Tag vor seiner Ankunft gibt es kaum Medienberichte. Dort missfällt lediglich sein ausführliches Tagesprogramm für Berlin: "Eine lange Rede in Berlin, fünf kleine Stunden in Paris" schreibt die französische Tageszeitung "Le Monde".

+++ Steinmeier ist sehr zufrieden mit dem Treffen +++

[15.16] Unmittelbar nach dem Gespräch mit dem Senator erklärt Steinmeier: "Die Atmosphäre war offen und vertrauensvoll. Wir haben an unser gemeinsames Telefonat von Mitte April angeknüpft." Er habe auch bei diesem Gespräch festgestellt, das ihre Philosophie der Außenpolitik Parallelen aufzeigt: "Kooperation statt Konfrontation, das ist auch Obamas außenpolitisches Ziel." Es sei ein gute Unterhaltung gewesen.

+++ Obama verlässt das Auswärtige Amt +++

[15.04] Mit Blaulicht und langer Kolonne verlässt Obama das Außenamt nach einer knappen Stunde.

+++ Warten auf Einlass vor der Siegessäule +++

[14.57] Hunderte Menschen warten im Sonnenschein vor den Absperrungen am Brandenburger Tor, um als erste auf die Fanmeile zu gelangen. Das Gelände rund um die Siegessäule ist noch abgeriegelt. Besucher werden ab 16 Uhr eingelassen.

+++ Mehr Engagement im Anti-Terror-Kampf +++

[14.37] Obama will die Europäer in seiner Rede am Abend zum stärkeren Anti-Terror-Kampf drängen, sagt ein Obama-Mitarbeiter. Er werde Europa auffordern, mehr Einsatz zu leisten.

+++Warmer Empfang im Innenhof +++

[14.14] Steinmeier empfängt den Gast im Innenhof des Auswärtigen Amtes, wo bereits Dutzende Mitarbeiter und etwa 70 Journalisten auf ihn warten. Nach einem herzlichen Handshake ziehen sich die beiden in das Ministerium zurück.

+++ Gespräch mit Außenminister Steinmeier +++

[14.12] Mit einer kleinen Verspätung kommt Obama am Außenamt an, um sich mit Frank-Walter Steinmeier zu unterhalten. Wie zuvor mit der Kanzlerin, nimmt er sich für das Gespräch eine Stunde Zeit.

+++ Besuch in Rheinland-Pfalz gestrichen +++

[13.42] Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE sind die Abstecher nach Rammstein und Landstuhl heute gegen 13.30 Uhr wieder gestrichen worden. Sie waren für Freitag geplant. "Barack Obama wird nicht zu uns kommen", sagt die Sprecherin des US-Militärhospital in Landstuhl. "Ich weiß nicht warum." Kurz zuvor hatte die gleiche Sprecherin den Besuch des Senators angekündigt.

+++ Bayrische Schüler begegnen Obama im Kanzleramt +++

[13.37] Eine Schulklasse aus Bayern strömt aus dem Kanzleramt - sie hat das große Los gezogen. Vor ihrer Führung durch das Haus standen die Schüler plötzlich dem Medienstar des Tages am Eingang gegenüber. "Wir haben Barack Obama gesehen!", rufen sie den Schaulustigen zu, die sich zwischen Kameras und Mikrofonen vor dem Zaun drängen. Schöner Zufall: Für den Rundgang hatten sie sich bereits vor einem Jahr angemeldet.

+++ Entwarnung nach Bombenverdacht im Adlon +++

[13.24] Die Polizei gibt Entwarnung: Das verdächtige Paket, dass im Hotel Adlon abgegeben wurde, "ist harmlos", sagt ein Sprecher. Bei dem Inhalt habe es sich lediglich um eine Büchersendung gehandelt.

+++ Regierungssprecher lobt Merkel-Obama-Gespräch +++

[13.18] Bei der ersten Begegnung beider Politiker habe es ein "sehr offenes und in die Tiefe gehendes Gespräch in sehr guter Atmosphäre" gegeben, erklärte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm. Sie haben eingehend über außenpolitische Themen, aber auch über Wirtschafts- und Klimafragen gesprochen, so Wilhelm.

+++ Bombensuchhunde im Einsatz +++

[13.09] Die Lobby des Adlon wird geräumt, Sprengstoffexperten mit Hunden untersuchen das Paket. Ein Polizeisprecher sagt, dass ein Taxifahrer das Paket am Hotel abgegeben habe.

+++ Eilmeldung: Verdächtiges Päckchen im Hotel Adlon abgegeben +++

[13.03] Das Berliner Hotel Adlon, in dem Obama logiert, wird wegen eines verdächtigen Päckchens gesperrt.

+++ Polizeisprecher erklärt Bombendrohung für Scherz +++

[12.50] Ein Sprecher der Polizei gibt bekannt: Es gab kurz nach der Ankunft Obamas eine Bombendrohung am Flughafen Tegel. Die gegen 10.30 Uhr eingegangene Drohung habe sich aber rasch als schlechter Scherz herausgestellt, so dass sie als nicht relevant eingestuft worden sei, sagt der Polizeisprecher.

+++ Obama besucht auch Rheinland-Pfalz +++

[12.38] Nach seinem Besuch in Berlin reist Obama an diesem Freitag auch nach Rheinland-Pfalz. Der Senator werde am Vormittag zum US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein und zum US-Militärhospital in Landstuhl kommen, teilt die Staatskanzlei in Mainz mit. Anschließend fliegt Obama nach Frankreich weiter. Ein Treffen mit dem rheinland-pfälzischen Ministerpräsident und SPD-Chef Kurt Beck wird es nicht geben, dafür sei der Zeitplan zu eng.

+++ Pause im Adlon+++

[12.30] Obama ist im Hotel Adlon eingetroffen. Er benutzt nicht den Haupteingang, vor dem Hunderte Schaulustige warten, sondern wird durch einen hinteren Eingang in die Tiefgarage gefahren.

+++ Kornblum hält Berlin-Besuch für klugen Schachzug +++

[12.20] Die Bilder vom Deutschland-Besuch werden dem Senator im Wahlkampf helfen, sagt der frühere US-Botschafter in Deutschland, John Kornblum, auf NTV. "Ich glaube, nach diesem Empfang in Berlin wird man zu Hause sagen, er kann es."

+++ Vom Kanzleramt zum Pariser Platz +++

[12.15] Die Unterredung mit Angela Merkel ist zu Ende. Obama steigt in ein weißes Auto. Der Tross fährt am Reichstag vorbei zum Pariser Platz.

+++ Beck kritisiert Obamas Haltung zur Todesstrafe +++

[12.06] Der Grünen-Politiker Volker Beck hat die Einstellung Obamas zur Todesstrafe "aus europäischer Sicht" als "absolut inakzeptabel" bezeichnet. "Selbst die Russische Föderation hat die Todesstrafe inzwischen ausgesetzt", so Beck.

+++ Gespräch zwischen Obama und Merkel +++

[12.03] Das Treffen zwischen Merkel und dem US-Senator dauert an. Thema des Gesprächs: die transatlantischen Beziehungen, Klimaschutz, die Welthandelsrunde und die Nato-Einsätze.

+++ Fotografen buhen Obama aus +++

[11.07] Beim Auftritt mit der Kanzlerin sorgt Obama kurzzeitig für Empörung. 10 Sekunden nachdem Merkel ihn zu den Journalisten in die Skylobby geführt hat, wendet er sich wieder zum Gehen. Nach spontanen Buh-Rufen der Fotografen posieren die beiden weitere 20 Sekunden. Dann ziehen sie sich zum Gespräch zurück.

+++ Schulterklopfen im Kanzleramt +++

[11.06] Merkel empfängt Obama im Kanzleramt. Es ist die erste Begegnung der beiden. Die Regierungschefin trifft den designierten Kandidaten in der Skylobby. Sie geben sich die Hand, klopfen einander auf die Schulter. Die Kanzlerin zeigt Obama rasch die Aussicht auf den Reichstag.

+++ Schaulustige vor dem Kanzleramt +++

[10.58] Einige hundert Touristen und Berliner sind gekommen um einen Blick auf den Hoffnungsträger der US-Demokraten der zu erhaschen. Das gelingt: An Merkels Amtssitz steigt der Senator aus einem weißen Geländewagen aus, winkt den Schaulustigen zu.

+++ 700 Polizisten im Einsatz +++

[10.30] Die Berliner Polizei setzt zum Schutz des Senators rund 700 Beamte ein. Der unmittelbare Personenschutz wird wie bei US-Präsidenten vom Secret Service übernommen. Motorräder, schwarze Limousinen, weiße Geländewagen, darüber ein Hubschrauber - eine Kolonne von mehr als 20 Fahrzeugen fährt Obama nach Mitte.

+++ Landung in Tegel +++

[9.55] Die Maschine mit Barack Obama landet auf dem militärischen Teil des Flughafens Tegel. Am Flugzeug prangt der Slogan: "Change we can believe in". Von Tegel aus fährt Obama ins Kanzleramt, wo er Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) trifft.



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