Oberursel in Hessen Mutmaßlicher Islamist hatte laut Berichten Kontakt zu Al-Qaida

Der Deutsch-Türke Halil D. soll gemeinsam mit seiner Frau einen Terroranschlag in Deutschland geplant haben. Der Verdacht hat sich nach Medienberichten offenbar erhärtet.

Razzia in Oberursel: Polizisten vor der Wohnung der Terrorverdächtigen
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Razzia in Oberursel: Polizisten vor der Wohnung der Terrorverdächtigen


Das deutsch-türkische Ehepaar aus Oberursel, das womöglich einen Anschlag auf ein Radrennen in Hessen plante, pflegte nach Medienberichten enge Kontakte zur islamistischen Szene. Die "Bild am Sonntag" schreibt, der beschuldigte Deutsch-Türke Halil Ibrahim D. habe gemeinsam mit einem verurteilten Al-Qaida-Unterstützer Chemie studiert. Demnach besuchten beide 2007 in Frankfurt ein Pharmakologie-Seminar.

Die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" (FAS) berichtet unter Berufung auf Sicherheitskreise, der 35-Jährige habe sich mehrfach mit Gefährdern getroffen, darunter auch Rückkehrer aus dem Syrienkrieg. Die Treffen hätten Polizisten während der Observation von B. beobachtet. Ein Sprecher des Landeskriminalamts Hessen (LKA) wollte die Berichte auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE weder bestätigen noch dementieren.

Die Polizei findet islamistische Gewaltvideos

Gegen das Paar war am Donnerstagabend Haftbefehl erlassen worden wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat und wegen der Vorbereitung einer Explosion. In der Wohnung wurden eine funktionsfähige Rohrbombe, Munition und Waffenteile gefunden. Die Polizei sagte das Radrennen ab und durchkämmte ein Waldstück an der Strecke, in dem D. sich offenbar mehrfach aufgehalten hatte.

Auf die Spur der Verdächtigen waren die Ermittler durch den Hinweis einer Frankfurter Baumarktmitarbeiterin gekommen. In dem Geschäft hatte das Paar demnach drei Liter Wasserstoffperoxid gekauft, das gemischt mit anderen Flüssigkeiten zur Sprengstoffherstellung benutzt werden kann.

Der FAS zufolge fanden die Ermittler in der Wohnung von D. schriftliche Unterlagen zum Bau von Bomben. Die Polizei entdeckte auf einem Computer des Beschuldigten Gewaltvideos mit "islamistisch-extremistischem Hintergrund", sagte ein LKA-Sprecher.

sms/dpa/AFP

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leserbrief123 03.05.2015
1. Die Terror-Kuh...
...wird mal wieder durchs Land getrieben :-) Viel schlimmer für unsere Freiheit ist, wie der Überwachungsapparat unsere Demokratie von Innen zerfrisst.
hexenbanner64 03.05.2015
2. Vorraussehbar
Ich höre immer nur Deutsche-Türke,Deutsch-Iraker oder Deutsch-Libanese.Das haben unsere Politiker nun geschafft,dass man solche Leute nun nicht mehr los wird.Da wird jeder mit dem deutschen Pass ausgestattet,nur um den Ausländeranteil zu drücken.So etwas gibt es nur bei uns,unsere Nachbarn sind da weitaus strenger!
unixv 03.05.2015
3. Deutsch-Türke!!!
genau das, ist unser Problem! Entweder ... oder! Wer ist bloß auf diesen Doppelpass Blödsinn gekommen, dieser Irrsinn verhindert Migration, die Menschen wissen doch selbst nicht zu wem sie gehören, mit dem Doppelpass, noch viel weniger!
chico 76 03.05.2015
4. Man traf sich
mit Rückkehrern aus Syrien? Ich hätte erwartet, dass diese Rückkehrer aus dem IS erstmal eingesperrt und angeklagt werden. Wegen Beihilfe zum Mord, oder zumindest Unterstützung einer kriminellen Vereinigung. Die wegen Lebensgefahr Asyl suchenden Syrer werden erfreut sein, auf Deutschlands Strassen ggf. Unterstützern von IS zu begegnen. Bin fassungslos.
t dog 03.05.2015
5. Al-Quaida?
Was haben die gegen Deutschland? Deutschland hat doch das Aufmarschgebiet der Salafisten in der Türkei gesichert, die dann nach Syrien zogen, um dort den IS zu gründen. Von deutschem Boden wurde die Destabilisierung des Iraks und Lybiens geführt. Auch derzeit läuft ein Krieg gegen den Jemen. Nutzniesser ist immer Al-Quaida. Wieso sollten die Deutschland angreifen? Ohne unsere Hilfe für die USA, gäbe es heute Al-Quaida überhaupt nicht mehr.
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