Öko-Skandal Giftfutter ging auch an Rinder- und Schweinemastbetriebe

Der Nitrofen-Skandal in Öko-Betrieben zieht immer weitere Kreise. Nicht nur Geflügelbetriebe, auch Höfe mit anderem Vieh wurden mit belastetem Tierfutter aus Niedersachsen beliefert.


Hannover: Experten des Veterinärinstituts untersuchen Proben von Geflügelfleisch
DPA

Hannover: Experten des Veterinärinstituts untersuchen Proben von Geflügelfleisch

Hannover - Auch in Bio-Betrieben mit Milchkühen und Mastschweinen wurde das Gift verfüttert, berichtete Staatssekretär Dietmar Schulz vom Landesagrarministerium in Hannover. Dies hätten die Untersuchungen der von der niedersächsischen Futtermittelfirma GS Agri belieferten Betriebe ergeben.

Das Ministerium hatte am Dienstag mitgeteilt, dass die Firma nicht wie angenommen 100, sondern 550 Tonnen Öko-Getreide zu Bio-Futter verarbeitete und verkaufte, obwohl die Belastung mit dem verbotenen Pflanzengift Nitrofen seit Wochen bekannt war. Dem Unternehmen droht der Entzug der Zulassung.

Insgesamt sind nach den am Freitag bei GS Agri beschlagnahmten Unterlagen 107 Bio-Betriebe in mehreren Bundesländern mit belastetem Futter beliefert worden, davon 93 in Niedersachsen. Die Auslieferung von Produkten aus diesen Betrieben wurde von den Behörden bereits in den vergangenen Tagen verboten.



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