Unterstützung für Flüchtlinge Bürgermeister bewusstlos geschlagen

Ein Bürgermeister im Kreis Segeberg ist mit einem Knüppel angegriffen worden. Die Polizei vermutet einen Einschüchterungsversuch. Möglicher Hintergrund: Der Politiker setzt sich für Flüchtlinge ein.


Joachim Kebschull wollte an einer Sitzung des Bauausschusses teilnehmen - da schlug der Täter zu: von hinten, mit einem Knüppel oder einem Kantholz. Ein Unbekannter hat den Bürgermeister von Oersdorf in Schleswig-Holstein am Donnerstagabend so schwer verletzt, dass dieser das Bewusstsein verlor. Das teilte ein Polizeisprecher in der Nacht zum Freitag mit. Der 61-Jährige musste demnach ins Krankenhaus gebracht werden, dem Täter gelang die Flucht.

Nach Ansicht der Ermittler könnte Kebschulls Einsatz für Flüchtlinge den Angreifer zu der Tat bewogen haben. Der Politiker erwägt, Asylbewerber in einem Haus im Dorf unterzubringen. Noch am Donnerstag hatte der Bürgermeister nach Angaben des Polizeisprechers einen Drohbrief erhalten - mit den Worten: "Wer nicht hören will, muss fühlen" und "Oersdorf den Oersdorfern".

Bereits seit Monaten erreichten ihn immer wieder Drohungen. Nach Angaben der Oersdorfer Wählervereinigung, der der Bürgermeister angehört, mussten wegen Bombendrohungen zweimal die Sitzungen des Bauausschusses ausfallen.

kev/dpa

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