Vereidigung Christian Kern ist neuer Bundeskanzler in Österreich

Nun ist die Nachfolge von Werner Faymann beschlossene Sache: Der neue Bundeskanzler in Österreich heißt Christian Kern. Der 50-Jährige wurde vom Bundespräsidenten vereidigt.

Neuer Kanzler Christian Kern
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Neuer Kanzler Christian Kern


Bisher war Christian Kern Bahnchef - nun ist er der neue österreichische Bundeskanzler. Der 50-Jährige ist am Dienstag von Bundespräsident Heinz Fischer vereidigt worden. Er ist jetzt der 13. Regierungschef der Alpenrepublik seit 1945.

Kern tritt die Nachfolge von Werner Faymann an. Dieser hatte rund zwei Wochen nach dem Triumph der rechtspopulistischen FPÖ bei der Präsidentenwahl seinen Rücktritt erklärt. Der 56-Jährige war der am viertlängsten amtierende Kanzler der Zweiten Republik. Er räumte außerdem seinen Posten als SPÖ-Chef.

Kern war zuletzt Chef der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB). Er leitet künftig die rot-schwarze Koalition in Wien, die aktuell wenig Ansehen in der Bevölkerung hat. Er bildete zum Amtsantritt die Regierung um und tauschte drei der sechs SPÖ-Minister aus. Die 37-jährige Muna Duzdar berief er zur Staatssekretärin. Mit ihr gehört erstmals eine Muslimin der Regierung an.

In einer Pressekonferenz hatte Kern vor seiner Vereidigung erklärt, er wolle die "schlechte Stimmung im Land drehen". "Wenn wir jetzt nicht kapiert haben, dass das unsere letzte Chance ist, werden die beiden Großparteien von der Bildfläche verschwinden." Die Kandidaten der Regierungsparteien waren zuletzt in der ersten Runde der Präsidentschaftswahl weit abgeschlagen gelandet.

Als große Herausforderungen sehe er die hohe Arbeitslosigkeit, die Reallohnverluste und das fehlende Vertrauen der Unternehmer in den Standort, sagte Kern. In der Asylpolitik wolle er den bisherigen restriktiven Kurs seines Vorgängers Werner Faymann fortführen.

Die SPÖ befindet sich seit Jahren in einer schweren Krise. Bei der Bundespräsidentenwahl am 24. April landete ihr Kandidat Rudolf Hundstorfer mit elf Prozent abgeschlagen auf dem vierten Platz. Damit verpasste er die Stichwahl deutlich.

vek/dpa/Reuters

insgesamt 5 Beiträge
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jerusalem 17.05.2016
1. kennen Sie..
Bernd Stromberg? läuft ....
Anton Waldheimer 17.05.2016
2. Abwarten
Nächste Woche muss diese Bundesregierung dem neuen Bundespräsidenten Hofer den Rücktritt anbieten, ich bin gespannt ob seine Kanzlerschaft diese eine Woche übersteht. Man wird sehen.
gerifro 18.05.2016
3.
Zitat von Anton WaldheimerNächste Woche muss diese Bundesregierung dem neuen Bundespräsidenten Hofer den Rücktritt anbieten, ich bin gespannt ob seine Kanzlerschaft diese eine Woche übersteht. Man wird sehen.
Sollten Sie es nicht wissen oder nicht wissen wollen: Auch nächste Woche wird unser Bundespräsident Dr. Heinz Fischer heissen:-) PS: Die Amtsperiode des neuen Bundespräsidenten beginnt nämlich erst am 08.07.16, denn auch Dr. Fischer ist auf 6 Jahre gewählt:-) Lg aus Österreich:-)
GinaBe 19.05.2016
4. Toi-toi-toi
Dieser Wechsel ist durchaus beeindruckend in der Geschichte. Nun wechseln also höchstaktuell Leute aus der Wirtschaft in die Politik - nicht andersherum! Das sagt aus, was eine Regierungsspitze zu leisten hat. Sie leitet den "Betrieb" Staat oder Nation. Viel Glück und Erfolg, Herr Kern, neuer SPÖ- Chef und Kanzler Österreichs. Von Ihnen wird erwartet, daß Sie den Karren aus dem Dreck ziehen, der seit Jahren und Jahrzehnten hineingeritten wurde- was das Ansehen der Sozialdemokraten betrifft. Ihre Reden sind gut! Mögen gute Taten und Handlungen ihnen folgen. Wenn Sie das VOLK nicht vergessen, wird es Ihnen und der SPÖ dies danken.
Aspekte plus 20.05.2016
5. Das Duell gestern
Zitat von Anton WaldheimerNächste Woche muss diese Bundesregierung dem neuen Bundespräsidenten Hofer den Rücktritt anbieten, ich bin gespannt ob seine Kanzlerschaft diese eine Woche übersteht. Man wird sehen.
sah nicht nach einem Bundespräsidenten Norbert Hofer aus. Die SPÖ ist mit dem neuen Bundeskanzler wieder im Aufwind. Alexander Van der Bellen war da lange mit dabei und hat gestern "versprochen", die "Regierung zu unterstützen" wo nur möglich und das Ansehen der Republik im Ausland zu "reparieren". Werner Faymann war nach seiner 180°-Wende in der Flüchtlingsfrage zwar bei der Mehrheit - aber nicht mehr glaubwürdig. Mit Sebastian Kurz und einem Kanzler auf "Hofer-Kurs" in der Flüchtlingsfrage dürften die Österreicher zufrieden sein. Da haben Sie wohl lieber auch einen "konzilianten Bundespräsidenten", der gestern angegeben hat NIEMALS CETA oder Ttip abzuzeichnen. Aber gehorsamer Diener der Regierung will er auch sein. CETA und Ttip ist für das Wahlvolk wichtig. Dazu hat sich der neue Kanzler mit keinem Ton geäussert. Je nachdem, wie die Wähler das bewerten, werden sie trotz Kern Hofer wählen oder wegen Kern Van der Bellen.
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