Anschlag 1980 Oktoberfestattentat - Generalbundesanwalt stellt Ermittlungen ein

Seit dem Bombenanschlag auf das Münchener Oktoberfest 1980 ranken sich Gerüchte und Theorien um mögliche Hintermänner. 2014 wurden die Ermittlungen nach mehr als 30 Jahren wieder aufgenommen - doch die Fahnder blieben erfolglos.
Foto: Frank Leonhardt/ DPA

Sie befragten noch einmal mehr als 1000 Zeugen.

Sie verfolgten über 700 neue Spuren.

Sie durchforsteten mehr als 420.000 Seiten neue Akten aus dem westdeutschen Geheimdienstapparat und aus Altbeständen der DDR.

Doch es half nicht.

Generalbundesanwalt Peter Frank hat nach SPIEGEL-Informationen die Ermittlungen zum Oktoberfestattentat vom 26. September 1980 eingestellt - knapp 40 Jahre nach der Tat. Die offenen Fragen im Zusammenhang mit dem bislang verheerendsten rechtsextremen Terroranschlag in Deutschland werden wohl unbeantwortet bleiben.

Am 26. September 1980 hatte der damals 21-jährige Gundolf Köhler am Eingang zum Oktoberfestgelände auf der Münchener Theresienwiese in einem Papierkorb eine Bombe platziert. Ihre Explosion um 22.19 Uhr tötete 13 Menschen, mehr als 200 wurden teilweise schwerst verletzt. Köhler selbst war unter den Toten.

Die Bundesanwaltschaft hielt Köhler damals für einen Einzeltäter. Tiefgreifendere Ermittlungen in die rechtsextreme Szene erfolgten nicht. Bereits 1982 wurden die Ermittlungen eingestellt.

Zweifel an der Einzeltätertheorie wurden schnell und vielfach geäußert - insbesondere, weil Köhler in der rechtsextremen "Wehrsportgruppe Hoffmann" aktiv gewesen war.

Über die Jahre tauchten mehrfach Personen auf, die von Bekenntnissen innerhalb der rechtsextremen Gruppe gewusst haben wollten, die Köhler kurz vor der Detonation im Gespräch mit anderen gesehen haben wollten. Oder die gar einen Mann schreien hörten, die Zündung sei eine Panne gewesen.

Als mögliches Motiv für einen Anschlag wurde mehrfach vermutet, die rechtsextreme Szene habe den Bundestagswahlkampf zugunsten des damaligen Unionskanzlerkandidaten Franz-Josef Strauß (CSU) beeinflussen wollen.

Im Jahr 2013 schließlich gab eine Frau an, sie habe einen Tag nach dem Anschlag ein Bekennerschreiben bei einem Bekannten gesehen. Die Bundesanwaltschaft hatte daraufhin im Jahr 2014 die Ermittlungen wieder aufgenommen.

Die Angaben der Frau ließen sich allerdings ebenso wenig erhärten wie weitere Spuren.

Mangels Ergebnissen wurde die ermittelnde Soko bereits Anfang dieses Jahres aufgelöst. Die Einstellung des Verfahrens setzt den formalen Schlusspunkt.