Nach Vermögensdebatte Scholz bezeichnet sich als "Sehrgut-Verdiener"

Der Finanzminister hält sich vielleicht nicht für reich, aber er sei ein "Sehrgut-Verdiener", schrieb er nun auf Twitter. Dieses Geständnis verknüpfte er mit der Forderung nach höheren Steuersätzen für Wohlhabende.
Finanzminister Olaf Scholz

Finanzminister Olaf Scholz

Foto: Political Moments / imago images/Political-Moments

Vizekanzler Olaf Scholz hat sich auf Twitter als "Sehrgut-Verdiener" bezeichnet. Damit reagierte der Finanzminister und SPD-Kanzlerkandidat auf Kritik an einer Äußerung am Sonntagabend im ARD-"Bericht aus Berlin". Dort hatte Scholz in einem Interview gesagt: "Ich verdiene ganz gut, als reich würde ich mich nicht empfinden."

Zahlreiche Internet-Nutzer sahen dies anders. Scholz, der - ohne Zuschläge - mehr als 15.000 Euro im Monat verdient, sei durchaus als reich zu bezeichnen, hieß es in Kommentaren.

Der SPD-Politiker schrieb dazu am Abend: "Um meine Sicht mal klarzustellen: Als Vizekanzler gehöre ich zu den Sehrgut-Verdienern in unserem Land - jede/r kann nachlesen, wie gut." Und weiter: "Und auch, dass wir höhere Sätze für Sehrgut-Verdiener wollen. Also auch für mich. Weil es gerecht ist. Dafür stehe ich als Kanzlerkandidat." Ende August hatte Scholz für den Fall eines Wahlsiegs Steuererhöhungen für Besserverdienende angekündigt.

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Scholz ist übrigens nicht allein damit zu unterschätzen, wie viel reicher er im Vergleich zum Durchschnittsbürger ist. Forscher der Universität Hannover haben 2016 in einer Umfrage herausgefunden, dass "die Befragten ihre Position in der Einkommensskala nicht einmal annähernd bestimmen" konnten. Es galt meist der Grundsatz: Reich sind immer die anderen.

kfr/dpa
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