SPD-Kanzlerkandidat Scholz »Ich gehe davon aus, dass wir im Sommer wieder im Biergarten sitzen können«

Finanzminister Olaf Scholz macht Hoffnung auf einen Sommer ohne harte Lockdown-Regeln. Das gelte auch für Besuche in Bundesligastadien, sagt der SPD-Kanzlerkandidat.
Finanzminister Olaf Scholz

Finanzminister Olaf Scholz

Foto: Kay Nietfeld/ dpa

Olaf Scholz wagt sich vor – und will den Bürgern mit einer neuen Prognose Hoffnung machen: »Ich gehe davon aus, dass wir im Sommer wieder im Biergarten sitzen können und die nächste Bundesligasaison auch wieder im Stadion verfolgen werden«, sagte der Finanzminister der »Rheinischen Post«.

Scholz mahnte vor den nächsten Bund-Länder-Beratungen zur Bekämpfung der Pandemie am kommenden Mittwoch Öffnungsschritte in Verbindung mit Schnelltests an. »Das Virus und seine Mutationen werden uns noch eine Weile begleiten, fürchte ich. Wir müssen also Wege finden, wie wir es hinbekommen, nicht immer weiter im Lockdown leben zu müssen. Deshalb könnten wir die nächsten Öffnungsschritte mit Schnelltests verbinden«, sagte er. Darüber werde man am 3. März mit den Ministerpräsidentinnen und -präsidenten beraten. »Für niemanden ist die aktuelle Situation einfach, deshalb ist mir eines ganz wichtig zu sagen: Wir haben allen Grund zur Hoffnung«, sagte der SPD-Kanzlerkandidat.

Der SPD-Politiker kritisierte, dass im Vergleich zu anderen Ländern bislang wenig getestet wurde, »und das war nicht gut. Ich spreche mich seit Langem dafür aus, viel mehr zu testen. Das muss aber mit einer Strategie verbunden sein, was man mit dem jeweiligen Testergebnis anfängt«, betonte Scholz.

»Genügend Impfstoff beschaffen, viel testen und zügig impfen«

Die Inzidenzzahlen seien zwar ein wichtiges Kriterium. »Wir müssen aber das ganze Umfeld in den Blick nehmen«, wird Scholz zitiert. »Das Virus bleibt gefährlich – in Deutschland sind mehr als 65.000 Menschen durch Corona gestorben. Das ist eine sehr hohe Zahl. Deshalb müssen wir vorsichtig bleiben, bis weite Teile der Bevölkerung geimpft sind«, sagte Scholz. Jetzt gelte: »Genügend Impfstoff beschaffen, viel testen und zügig impfen.«

Scholz lobte die Bürger: »Wir alle gemeinsam haben es hingekriegt, dass die Infektionszahlen deutlich zurückgegangen sind und die Intensivstationen entlastet werden. Das ist die erste gute Nachricht«, sagte er. In dieser Woche hätten vielerorts Kitas und Grundschulen wieder geöffnet – »im Wechselunterricht und mit Masken, aber immerhin. Das ist die zweite gute Nachricht.« Nächste Woche folge die Öffnung der Friseursalons, was insbesondere viele Ältere wichtig fänden. »Und am Mittwoch werden die Bundesregierung und Länder miteinander diskutieren, wie die weiteren Öffnungsschritte aussehen können. Wir sind auf einem guten Weg.«

als/Reuters
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