»Schreit ruhig!« Olaf Scholz kontert Corona-Demonstranten

Bei einer Rede zum Wahlkampfauftakt in Essen wurde Bundeskanzler Olaf Scholz von Pfiffen und Zwischenrufen gestört. Ein Beweis dafür, dass man seine Meinung in Deutschland frei sagen könne, antwortete der SPD-Politiker.
Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD): Emotional gegen Corona-Demonstranten

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD): Emotional gegen Corona-Demonstranten

Foto: IMAGO/Janine Schmitz/photothek.de / IMAGO/photothek

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat bei einer Rede über die Solidarität der Menschen in der Coronakrise und mit den Flüchtlingen aus der Ukraine emotional auf Pfiffe und Störungen reagiert. Beim Auftakt für den Landtagswahlkampf der SPD in Essen knöpfte er sich eine Gruppe von mutmaßlichen Corona-Demonstranten verbal vor.

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Er sei stolz auf die Solidarität der Bürger mit den Flüchtlingen aus der Ukraine, sagte der Kanzler. Solidarität gelte auch, »wenn wir über Gesundheit reden. Wenn wir darüber reden, wie wir uns miteinander schützen können. Zum Beispiel in der ganzen Zeit der Coronapandemie«, sagte Scholz, während Pfiffe und Zwischenrufe immer lauter wurden.

»Es ist eine Lüge!«

Schließlich konnte der Bundeskanzler die Störungen nicht weiter ignorieren – und konterte den Demonstranten mit einem Verweis auf den Ukrainekonflikt: »Weil da hinten ja einige laut rumschreien: Hallo! Schreit ruhig, denn das ist doch, wofür wir kämpfen und wofür die Bürgerinnen und Bürger in der Ukraine kämpfen. Dass man seine Meinung laut sagen kann, ohne Angst haben zu müssen«, so der Bundeskanzler.

Scholz lenkte den Fokus dann auf die Meinungsfreiheit in einer Demokratie wie Deutschland: »Darum akzeptiere ich den bösen Zynismus nicht, mit dem einige sagen, hier könne man ja seine Meinung zu diesem Thema nicht sagen. Es ist eine Lüge! Schaut euch um in den Diktaturen dieser Welt, dann wisst ihr, was das bedeutet«, rief der 63-Jährige. »Nur weil man laut brüllt, hat man auch nicht recht. Sondern dafür braucht man schon ein paar Argumente. Und zu diesen Argumenten zählt, dass die Coronapandemie eine große Bedrohung ist für die ganze Menschheit.«

Unterstützung für SPD-Spitzenkandidaten

Scholz war angereist, um dem SPD-Spitzenkandidaten Thomas Kutschaty für die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen am 15. Mai den Rücken zu stärken. Kutschaty sei »ein Mann mit sehr klaren Plänen und klugem Verstand«, sagte Scholz, der fest an einen Wahlsieg seiner Partei glaubt. »Das haben wir bei der Bundestagswahl gesehen und dem Schlussakkord, den die SPD da hingelegt hat«.

Kutschaty tritt an, um das Amt des Ministerpräsidenten von Hendrik Wüst (CDU) zu übernehmen. Als dringlichste Themen nannte er unter anderem den Ausbau der erneuerbaren Energien, kostenfreie Bildung von der Kita bis zum Meisterbrief und den Bau von 100.000 Wohnungen.

rai/dpa
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