SPIEGEL-Umfrage Scholz zieht seine Partei mit – SPD und Union nun gleichauf

Es geht aufwärts für die SPD. Olaf Scholz punktet im direkten Vergleich mit der Konkurrenz – und jetzt profitiert auch seine Partei davon. Die Genossen schließen in der SPIEGEL-Umfrage zur Union auf.
SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz

SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz

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Bernd Weißbrod / dpa

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Im Kampf ums Kanzleramt galt SPD-Kandidat Olaf Scholz lange als belächelter Außenseiter. Wie eingemauert waren die Sozialdemokraten im Umfragekeller, selbst die eigene Partei schien nicht wirklich daran zu glauben, dass ihr Spitzenkandidat nach der Wahl im September ins Kanzleramt einziehen könnte.

Doch nun: Scholz als Bundeskanzler? Das ist kein unrealistisches Szenario mehr.

Seit seine Konkurrenten Armin Laschet (CDU) und Annalena Baerbock (Grüne) in den vergangenen Wochen immer wieder patzten, geht es für Scholz und die SPD immer weiter nach oben. Die neueste Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag des SPIEGEL bestätigt diesen Aufwärtstrend.

Der repräsentativen Umfrage zufolge würden inzwischen rund 29 Prozent Scholz als Bundeskanzler bevorzugen. Abgeschlagen dahinter liegen Annalena Baerbock mit 17 Prozent und Armin Laschet mit 14 Prozent.

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Die Mehrheit der Deutschen ist allerdings in der K-Frage nach wie vor unentschieden oder hegt für keinen der drei Kandidaten Sympathien. Die Verlaufskurve zeigt, wie sich Scholz' Werte seit etwa Mitte Juli nach oben bewegen, während es für Laschet und Baerbock abwärts geht.

Es ist offenbar vor allem die Schwäche der Konkurrenz, die Scholz besser dastehen lässt . Plötzlich wirkt er als seriös-solide, erfahrene Figur neben Baerbock und Laschet, von dem viele Unionsanhängerinnen und -anhänger sich sogar wünschen, dass er als Kandidat gegen Markus Söder ausgetauscht wird.

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Aber: Umfragen sind keine Prognosen für den Wahlausgang. Sie bilden immer nur die aktuelle Stimmung ab, und diese, so haben die letzten Wochen gezeigt, kann sich schnell verändern. Die Frage wird deshalb sein, ob Scholz und die SPD den Aufschwung in den Wochen bis zur Bundestagswahl verstetigen können.

Aktuell sieht es danach aus, als könne nun auch die Partei vom Scholz-Trend profitieren. In der SPIEGEL-Sonntagsfrage, ebenfalls erhoben von Civey, liegen SPD und Union erstmals gleichauf.

Die Grünen liegen mit etwas Abstand dahinter, die AfD hat zur FDP aufgeschlossen, beide liegen nun bei 12 Prozent. Die Linke käme aktuell auf 7 Prozent.

Seit Wochen nähern sich Union und SPD laut der Umfrage an. Die SPD verbesserte sich von zuletzt 20 Prozent auf 22 Prozent, während die Union auf 22 Prozent absackt.

mfh
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