SPON-Regierungsmonitor Scholz und Scheuer verlieren an Popularität

Vizekanzler Scholz betont oft den Wert nüchterner Sacharbeit - die Wähler goutieren es nicht. In der SPON-Umfrage rutscht er ab. Die Dieseldebatte beschert auch Verkehrsminister Scheuer einen Malus.
Olaf Scholz und Andreas Scheuer

Olaf Scholz und Andreas Scheuer

Foto: AFP (2)

Für die SPD lief es im Herbst nicht rund: Bei der Bayern-Wahl fuhren die Genossen ein historisch schlechtes Ergebnis ein, auch in Hessen herrschte nach dem Votum Frust. Die Sozialdemokraten versuchen sich deshalb seit Wochen an einem politischen Programm, das klarer und linker sein soll. Sie wollen den Sozialstaat reformieren und Hartz IV hinter sich lassen. Die Wähler hat das aber bislang offenbar noch nicht überzeugt.

Die Regierungspartei SPD rutscht im Vergleich zu September in der Beliebtheit weiter ab - um 34 Punkte. Die Union verliert im Vergleich nur rund drei Punkte. Das geht aus dem neuen SPON-Regierungsmonitor hervor. Auch Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) verliert deutlich. Im September war er der beliebteste Regierungspolitiker, nun liegt Scholz nun nur noch auf Platz sechs.

Der SPON-Regierungsmonitor zeigt in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey die Zufriedenheit der Bevölkerung mit der Regierung, den Koalitionsparteien und vor allem mit den einzelnen Ministern sowie der Kanzlerin. Um die repräsentativen Bewertungen vergleichen zu können, arbeitet Civey mit einem Scoringverfahren. (Lesen Sie hier  mehr zu dem Verfahren). Der bestmögliche Index beträgt 200, das schwächste Ergebnis wäre -200.

Verkehrsminister Scheuer unbeliebt wie nie

Freuen können sich die Genossen dennoch ein bisschen: Platz eins belegt Familienministerin Franziska Giffey und Platz drei Außenminister Heiko Maas - beide SPD. Zwischen den beiden auf Platz zwei liegt Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU). Giffey gehört seit Beginn des SPON-Regierungsmonitors zu den beliebtesten Kabinettsmitgliedern, Maas dürfte von den traditionell hohen Beliebtheitswerten aller Außenminister profitieren.

Kanzlerin Angela Merkel landet auf Platz vier. Bemerkenswert: Sie selbst ist im Langzeitvergleich nicht viel beliebter geworden. Im April erreichte die scheidende CDU-Chefin -65 Punkte, nun -51 Punkte.

Die Erklärung: Viele ihrer Minister sind in der Zwischenzeit noch unbeliebter geworden.

Besonders für Innenminister Horst Seehofer geht es kontinuierlich bergab. Lag er im April noch auf Platz 3, liegt er mittlerweile nur noch auf Platz 13. Ein spannendes Detail: Rund 61 Prozent der Befragten sind mit seiner Arbeit "gar nicht zufrieden", gut zehn Prozent hingegen "sehr zufrieden" - der Spitzenwert im Kabinett.

Von Spitzenwerten ist sein Parteifreund Andreas Scheuer weit entfernt. Der CSU-Mann fällt von Platz 13 auf Platz 15 - und ist damit der unbeliebteste Politiker am Kabinettstisch. Dem Verkehrsminister dürfte in den vergangenen Wochen die Diesel-Debatte zum Verhängnis geworden sein.

Andreas Scheuer

Andreas Scheuer

Foto: Michael Kappeler/ dpa

Auch Svenja Schulze (SPD) fällt in der Gunst der Wähler, von Platz neun auf Platz elf. Als Umweltministerin ist sie qua Amt ebenso in die Diskussionen um Fahrverbotszonen und Hardwarenachrüstungen involviert. Gegenwärtig ist das offenbar kein Thema, um die eigenen Beliebtheitswerte zu steigern.

Wer steckt hinter Civey?

An dieser Stelle haben Leser in der App und auf der mobilen/stationären Website die Möglichkeit, an einer repräsentativen Civey-Umfrage teilzunehmen. Civey ist ein Online-Meinungsforschungsinstitut mit Sitz in Berlin. Das Start-up arbeitet mit unterschiedlichen Partnern zusammen, darunter sind neben SPIEGEL ONLINE auch der "Tagesspiegel", "Cicero", der "Freitag" und Change.org. Civey wird durch das Förderprogramm ProFit der Investitionsbank Berlin und durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung finanziert.

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