Kampf um Parteivorsitz Olaf Scholz will SPD-Chef werden

Paukenschlag in der SPD: Nach SPIEGEL-Informationen will Vizekanzler Olaf Scholz für den Parteivorsitz kandidieren. Das Rennen um die neue Führung geht damit richtig los.

Olaf Scholz: "Ich bin bereit anzutreten, wenn ihr das wollt"
FILIP SINGER/EPA-EFE/REX

Olaf Scholz: "Ich bin bereit anzutreten, wenn ihr das wollt"


Bundesfinanzminister und Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) hat angekündigt, für den Vorsitz seiner Partei zu kandidieren. "Ich bin bereit anzutreten, wenn ihr das wollt", sagte Scholz nach SPIEGEL-Informationen am Montag dieser Woche in einer Telefonschalte mit den Interimsvorsitzenden Malu Dreyer, Manuela Schwesig und Thorsten Schäfer-Gümbel.

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Widerspruch regte sich in der Schalte nicht. Seitdem sondiert Scholz im Hintergrund das Feld, spricht mit führenden Sozialdemokraten und sucht eine Tandempartnerin, mit der er als Doppelspitze antreten kann.

Scholz hatte noch im Juni nach dem Rücktritt seiner Vertrauten Andrea Nahles erklärt, aus zeitlichen Gründen nicht für den Parteivorsitz zur Verfügung zu stehen. Die Kehrtwende des Finanzministers ist auch darauf zurückzuführen, dass bislang niemand aus der ersten Reihe kandidieren wollte und zuletzt in der Parteispitze die Sorge vor einem weiteren Absturz der SPD wuchs.

Der 61-jährige Scholz ist einer der entschiedensten Befürworter der Großen Koalition und auch deshalb eine Reizfigur für den linken Flügel und die Jusos. In der Partei wird für möglich gehalten, dass Scholz' Schritt andere Kandidaturen nach sich zieht.

Bislang haben vier Duos ihre Absicht erklärt, für den SPD-Vorsitz zu kandidieren. Die Bewerbungsfrist läuft noch bis zum 1. September. Im Anschluss müssen sich die Kandidaten auf 23 Terminen in den Landesverbänden vorstellen. Im Oktober wählen die rund 430.000 SPD-Mitglieder die neue Parteispitze.

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cte/hic/vme



insgesamt 249 Beiträge
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Thomasvon Bröckel 16.08.2019
1. Scholzomat
Wenn die Basis Scholz zum Parteivorsitzenden wählt, ist ihr wirklich nicht mehr zu helfen! Der Mann ist die personifizierte GroKo. Merkels Politik zu 100% mitgetragen. Und das Charisma eines Sparkassenmitarbeiters...
lofeu 16.08.2019
2. 5% Hürde
Kommt mit Scholz in greifbare Nähe. Wenn die SPD endgültig untergehen will, dann so. Ich hoffe, dass die Parteimitglieder nicht diese Option wählen.
adham_abujami 16.08.2019
3. Nein ? wir wollen das nicht
Ehrlich gesagt" wir sind nicht breit das Gleiche zu sehen und zu machen. Mr. Scholz ihr habt das Image der SPD zerstört, in dem ihr mit jeder Preis regieren wollt. Wir brauchen neues Gesicht und neue Ideen. Sie werden das nicht schaffen. Die Herausforderungen sind größer als nur Parteivorsitzender zu sein. Bitte bitte bitte ? gib die anderen auch die Möglichkeit. Sorry damit habe ich Boris gemeint
kayakclc 16.08.2019
4. Endlich einmal ein Schwergewicht
Ob man Scholz gut oder schlecht findet, ist eine Frage des persönlichen Poltitischen Einstellung. Darum geht es aber nicht. Endlich jemand, der als wichtigester Minister und Vizekanzler eine sichbare Gestalt ist, die die Bevölkerung auch kennt. Das erste politische Schwergewicht tritt an. Das jetzt wieder aus SPD nahen Kreisen an Olaf Scholz herumgemäckelt werden wird, ist zu erwarten. Nur müssen sich die SPD Genossen fragen wo sie hinwollen: ein Abwicklung einer Partei beschleunigen, indem Renterinnen oder Lokalpolitikerinnen übernehmen, die von der Merkel CDU weggewischt werden, oder ob die SPD sich noch zutraut, einen in der Bevölerkung konsenzfähigen Alternativentwurf zu CDU anzubieten, jenseits der SPD Parteimitglieder, die ja bekanntich ein sehr kleine Minderheit der Wähler geworden sind.
Sonnestrandundmeer 16.08.2019
5. Ungleichgewichtung bei Spiegel Online
Boris Pistorius (Niedersachsen), Petra Köpping (Sachsen) und Olaf Scholz (Hamburg) geben gleichzeitig am 18. August 2019 ihre Kandidatur für den SPD-Parteivorsitz bekannt. Spiegel Online platziert die Kandidatur von Olaf Scholz auf Platz 1 mit einem seitenübergreifenden Bild und darunter mit einer kleineren Überschrift und kleinerem Bild Pistorius und Köpping. Noch hat doch keine Wahl stattgefunden. Sollten nicht alle Kandidaten die gleichen Chancen haben? Wenn die Medien einen Kandidaten herausstellen, beeinflussen sie die Wahl und sind nicht neutral! Inhaltlich ist niemand gut beraten, SPD-Vorsitzende(r) zu werden, denn die SPD jubelt zunächst ihre neuen Hoffungsträger hoch, um später zu zerfleischen. Dies konnte bei allen SPD-Vorsitzenden der jüngeren Vergangenheit beobachtet werden. Ich bin einmal gespannt, ob dieser kritische Kommentar akzeptiert wird.
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