Bundestagswahl 2021 Olaf Scholz wird Kanzlerkandidat der SPD

Die SPD-Spitze legt sich fest: Finanzminister Olaf Scholz soll die Sozialdemokraten als Kanzlerkandidat in den Bundestagswahlkampf 2021 führen.
Olaf Scholz, Bundesfinanzminister und SPD-Kanzlerkandidat 2021

Olaf Scholz, Bundesfinanzminister und SPD-Kanzlerkandidat 2021

Foto:

Fabrizio Bensch/ REUTERS

Olaf Scholz soll die SPD als Kanzlerkandidat in den Bundestagswahlkampf 2021 führen. Das hat der Parteivorstand auf Vorschlag der Parteichefs Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans nach SPIEGEL-Informationen einstimmig beschlossen.

In einer Nachricht auf Twitter bestätigte Scholz die Meldung. Er schrieb, er freue sich auf den Wahlkampf mit einem starken Team.

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Scholz, 62, ist seit 2018 Vizekanzler und Finanzminister im Kabinett von Angela Merkel (CDU).

Lauterbach: "Scholz ist die Idealbesetzung"

"Ich begrüße die Kandidatur von Olaf Scholz", sagte Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius dem SPIEGEL. "Der Zeitpunkt jetzt ist richtig. Ich werde ihn gerne im Wahlkampf unterstützen."

Für die SPD-Fraktion im Bundestag erklärte deren Vorsitzender Rolf Mützenich via Twitter, Scholz habe bereits bewiesen, "dass er unser Land auch in schwierigen Zeiten führen kann". Scholz war von 2011 bis 2018 Erster Bürgermeister der Hansestadt Hamburg.

"Scholz ist die Idealbesetzung", sagt der SPD-Abgeordnete Karl Lauterbach. "Wir brauchen jemand, der kein Blender, sondern krisenerfahren ist und Ruhe ins Spiel bringt. Das hat er in den vergangenen Monaten sehr gut gemacht."

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Auch der Thüringer Innenminister und designierte SPD-Landeschef Georg Maier freut sich über die Entscheidung: "Ich bin überzeugt, dass er auch der SPD in Thüringen vor der anstehenden Landtagswahl Auftrieb verleihen wird", sagte Maier dem SPIEGEL. "Sein Politikstil, in der Krise souverän, kompetent und geerdet zu agieren, wird hier sehr geschätzt."

In Umfragen ist die SPD derzeit drittstärkste Kraft hinter Union und Grünen. Die Sozialdemokraten erreichen auch in der laufenden Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Civey rund 15 Prozent der Stimmen.

Scholz galt schon länger als Favorit für die Kandidatur. Auch die Parteichefs hatten ihr Verhältnis zu ihm zuletzt deutlich verbessert. Es gab aber auch Widerstände. In Nordrhein-Westfalen etwa wurde befürchtet, die Kandidatur könne den Wahlkampf für die Kommunalwahlen am 13. September überschatten.

Der Druck auf die Parteispitze war in der Frage jedoch zuletzt stark gewachsen, die Reaktionen von Esken und Walter-Borjans dazu wirkten zuletzt bereits verdruckst.

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