Olaf Scholz zur Zukunft der SPD "Wir dürfen uns keine Fehler mehr erlauben"

Die SPD kam bei der Bundestagswahl auf das schlechteste Ergebnis seit 1949. Parteivize Olaf Scholz fordert in der SPIEGEL-Wahlsonderausgabe, die Zeit in der Opposition für eine Erneuerung zu nutzen.

Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz (Archivbild)
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Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz (Archivbild)


SPD-Parteivize Olaf Scholz ist davon überzeugt, dass die SPD bei der Bundestagswahl deutlich unter Wert geschlagen wurde. "Die Mobilisierung in den eigenen Reihen war so groß wie lange nicht. Trotzdem hat es nicht für ein besseres Ergebnis gereicht", sagt Scholz in der Wahlsonderausgabe des SPIEGEL (die Digitalausgabe lesen Sie am Montag ab 15 Uhr, die gedruckte Ausgabe liegt ab Dienstagmorgen bereit).

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Heft 55/2017
Nach der Wahl: Die AfD überrollt die Volksparteien

"Anfang des Jahres lagen wir bei 30 Prozent, das muss unser Anspruch sein", sagte der Hamburger Erste Bürgermeister. Deshalb sei es dringend nötig, über die strategische Ausrichtung der Partei zu diskutieren. Scholz mahnt seine Partei, die Zeit in der Opposition für eine Erneuerung zu nutzen: "Angesichts der Wahlergebnisse dürfen wir uns keine Fehler mehr erlauben, wenn wir bei der Bundestagswahl 2021 wieder konkurrenzfähig sein wollen."

Die SPD hatte mit ihrem Kanzlerkandidaten Martin Schulz bei der Bundestagswahl am Sonntag ein historisch schlechtes Ergebnis eingefahren. Nach dem vorläufigen Ergebnis erreichte sie nur 20,5 Prozent der Stimmen.

Eine erneute Beteiligung an einer Großen Koalition schließe er kategorisch aus. Alle Mitglieder der Parteispitze hätten in den vergangenen Wochen viele Gespräche mit der Parteibasis geführt. Scholz: "Diese Entscheidung ist ohne Hintertüren und Schlupflöcher gefallen."

Bundestagswahl 2017

Endgültiges Ergebnis

Zweitstimmenergebnis
Anteile in Prozent
Union
33
-8,5
SPD
20,5
-5,2
Die Linke
9,2
+0,6
Grüne
8,9
+0,5
AfD
12,6
+7,9
FDP
10,7
+5,9
Sonstige
5,1
-1,2
Sitzverteilung
Insgesamt: 709
Mehrheit: 355 Sitze
246
80
67
69
153
94
Quelle: Landeswahlleiter

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insgesamt 115 Beiträge
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Seite 1
lupus_major 25.09.2017
1. Die SPD bietet halt nix an...
warum soll man sie da wählen?
quark2@mailinator.com 25.09.2017
2.
Man sollte im Blick behalten, daß die CDU vor Merkel eine viel rechtere Partei war, mit all den Landsmannschaften usw. Nun sitzt die CDU in der Mitte und die SPD wollte da auch hin, weil ihr am sozialen Ende der Gesellschaft nicht genug Wähler saßen. Aber für 2 ist in der Mitte kein Platz und unten ist nun die Linke, die nach Schröder dort auch wesentlich glaubhafter ist. Wenn die SPD mehr Wähler will, muß sie an ihre alte Stelle zurück. Aber das bedeutet, die Linke zu kanibalisieren. Eigentlich müßten sich die zwei Parteien vereinigen, aber die sind historisch wie Türkei und Griechenland. Keine Chance auf eine linke Zusammenarbeit wie bei CDU/CSU. Insofern ist einfach kein Platz übrig, da kann man sich drehen, wie man will.
spon-facebook-1393188940 25.09.2017
3. Der Scholzomat
mit seinem souveränen Gipfelmanagement hat die SPD mindestens 2 Prozent gekostet. Und jetzt spuckt er diese Töne. Soviel Chuzpe muss man erst mal haben!
Freidenker10 25.09.2017
4.
Wie recht er doch hat! Die SPD muss sich dringenst wieder auf die alten Werte besinnen, denn die haben allen Unkenrufen zum Trotz noch ihre Bedeutung. Schon allein wenn man die 40-50% sozial abgehängten betrachtet ergäbe sich hier eine große Wählerschaft. ABER man muss auch mal liefern und nicht bei jeder Gelegenheit einknicken nur weil ein paar Obersozis scharf auf Posten sind! Bei der Erneuerung dürfen auch gerne mal wieder Maximalforderungen das soziale betreffend bei rauskommen, denn das soziale ist die letzten 40 Jahre deutlich zu kurz gekommen! Und zuguterletzt muss man sich an die Linken ( oder umgekehrt ) annhähern, denn ohne den anderen wird es nicht mehr gehen!
dachhase 25.09.2017
5. Man hätte es wissen müssen
Angela Merkel regiert jeden Koalitionspartner an die Wand. Und auch wenn es ganz sicher nicht mein Favorit wäre, warum die SPD rot rot grün bei der letzten Wahl nicht versucht hat, ist mir nach wie vor ein Rätsel. Wir brauchen nach meinem Verständnis die beiden Lager. Und ein Gedanke kommt mir auch noch. Wenn nach der nächsten Wahl, was wohl ziemlich realistisch ist, FDP und Grüne nach der Koalition direkt aus dem Bundestag fliegen, dann- ja dann haben wir wohl wirklich ein AfD Problem.
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