Olympische Spiele Deutsche Degenfechterin will Eröffnungsfeier boykottieren

Persönlicher Boykott: Die Degenfechterin Imke Duplitzer hat angekündigt, sie werde bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Peking nicht mit der deutschen Mannschaft einmarschieren. Einer Umfrage zufolge lehnt die Mehrheit der Bundesbürger einen Boykott der Spiele ab.


Berlin - "Ich gehe davon aus, dass das schon alleine aufgrund dieser Mensch- und Materialschlacht, die die Chinesen in der Eröffnungsfeier auffahren werden, eine Demonstration ist", sagte sie im Fernsehsender Phoenix.

Duplitzer kritisierte, dass kürzlich der Läufer mit der olympischen Flamme beim Einlauf in die Verbotene Stadt unter dem Porträt von Mao Tse Tung hergelaufen sei. "Also wenn das keine Werbung für ein politisches System ist, dann weiß ich es nicht. Da hätte das IOC auch einwirken können", erklärte sie.

Dem IOC warf sie vor, sich nicht mit den Athleten abzusprechen. Im Endeffekt seien es aber diese, "die gefragt werden, die irgendwo da einlaufen müssen und die dafür ihre Nase hinhalten müssen". Das IOC sei "ein Feudalherrscher-Club, dem man nur auf Einladung beitreten kann", kritisierte sie.

Die Mehrheit der Bundesbürger lehnt einer Umfrage zufolge einen Boykott der Olympischen Spiele in Peking ab. In der Emnid-Befragung im Auftrag des Nachrichtensenders N24 sprachen sich nur 30 Prozent für einen Boykott aus, 64 Prozent äußerten sich dagegen. Allerdings forderten 42 Prozent der Befragten, auf die gewaltsame Niederschlagung des Aufstandes der Mönche in Tibet mit Wirtschaftssanktionen zu reagieren.

Deutlich positiver bewerteten die Befragten symbolische Akte wie das Fernbleiben bei olympischen Feierlichkeiten (56 Prozent Zustimmung) und bei Siegerehrungen (53 Prozent Zustimmung). Befragt wurden von Emnid rund tausend Menschen.

asc/AP



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