Knatsch bei den Linken Lafontaines Terror-Bemerkung hat ein Nachspiel

Linken-Politiker Oskar Lafontaine bekommt Ärger: Er soll indirekt Verständnis für Selbstmordattentäter geäußert haben - die Parteispitze kritisiert ihn dafür im SPIEGEL. Nur eine prominente Kollegin verteidigt ihn.
Ex-Parteichef der Linken, Oskar Lafontaine: "Was sollen die Armen machen"

Ex-Parteichef der Linken, Oskar Lafontaine: "Was sollen die Armen machen"

Foto: Kay Nietfeld/ picture alliance / dpa

Führende Politiker der Linken gehen auf Distanz zu Oskar Lafontaine, den Fraktionschef der Partei im Saarland. Kürzlich hatte er Verständnis für Selbstmordattentäter geäußert: "Was sollen die Armen machen im Vorderen Orient, die seit Jahren dem Kolonialismus ausgesetzt sind? Sie haben keine Bomben, sie haben keine Raketen, sie haben keine Heere, die sie auf den Weg bringen können, um ihre Interessen zu wahren – und dann greifen sie zum Selbstmordattentat."

Linken-Chef Bernd Riexinger sagte dem SPIEGEL, zwar habe die westliche Politik zur Destabilisierung des Nahen und Mittleren Ostens beigetragen, aber: "Gewalt gegen unschuldige Zivilisten als Reaktion auf Unterdrückung ist nicht legitim." Islamischer Fundamentalismus und Terrorismus hätten vielschichtige Ursachen. "Wir geben uns nicht mit einfachen Antworten zufrieden." (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

Auch der Linken-Bundestagsabgeordnete Stefan Liebich widerspricht Lafontaine: "Terroristen wahren nicht die Interessen der Armen, sondern schaden ihnen. Ihre Taten bringen keine gerechtere Welt, sondern nur neues Leid."

Fraktionschefin Sahra Wagenknecht hingegen sieht eine "bewusste Falschinterpretation". Lafontaine sei es "in keiner Weise um die Rechtfertigung verbrecherischer Terroranschläge" gegangen. Wagenknecht und Lafontaine sind privat ein Paar.

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