Linke Sammlungsbewegung "Aufstehen" hat laut Lafontaine bisher 50.000 Unterstützer

"Wir haben mit einem solchen Zustrom nicht unbedingt gerechnet": Vor knapp einer Woche ist die Website der neuen linken Sammlungsbewegung online gegangen - und Oskar Lafontaine zeigt sich zufrieden.
Lafontaine und Wagenknecht (2014)

Lafontaine und Wagenknecht (2014)

Foto: Frank Rumpenhorst/ picture alliance / dpa

Die linke Sammlungsbewegung "Aufstehen" hat in ihren ersten Tagen mehr als 50.000 Anmeldungen von Unterstützern bekommen. "Wir sind sehr zufrieden. Wir haben mit einem solchen Zustrom nicht unbedingt gerechnet", sagte der frühere Linke-Vorsitzende Oskar Lafontaine. Die Bewegung wurde von seiner Ehefrau Sahra Wagenknecht gegründet, sie ist Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag.

"Aufstehen" wolle vor allem "die ansprechen, die seit vielen Jahren enttäuscht sind, die sich von der Politik nicht mehr vertreten sehen", sagte Lafontaine nun. Dazu gehörten auch jene, die "manchmal dann aus Protest auch die AfD gewählt haben", sagte Lafontaine. Diese Protestwähler wolle man zurückgewinnen.

Es gebe für die Mitglieder der Sammlungsbewegung keine Gesinnungsprüfung, sagte er weiter: "Aber wer sich bei uns anmeldet, muss sich zu unseren Zielen bekennen. Wenn einer vom Saulus zum Paulus wird, dann ist das ja gerade das Ziel der Bewegung."

Die Internetseite von "Aufstehen" war am Samstag online gegangen. Der "Start der Bewegung" wurde für den 4. September angekündigt.

Wagenknecht hatte dem SPIEGEL über ihr Projekt gesagt: "Unser Ziel sind natürlich andere politische Mehrheiten und eine neue Regierung mit sozialer Agenda." Ein Schlüssel dafür sei die SPD. Solange diese ihre Agenda-2010-Politik fortsetze, werde sie weiter schrumpfen. "Das verringert die Chance auf eine linke Machtoption", sagte Wagenknecht. Sie zeigte sich zuversichtlich: "Wenn der Druck groß genug ist, werden die Parteien, auch im Eigeninteresse, ihre Listen für unsere Ideen und Mitstreiter öffnen." Ein Interview mit Wagenknecht über die Sammlungsbewegung können Sie hier nachlesen .

Video: Oskar Lafontaine im Interview (SPIEGEL TV 2013)

SPIEGEL TV
aar/dpa
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