"Osmanen Germania" Erdogan-Vertrauter soll deutschtürkische Rocker mit Geld versorgt haben

Ein Abgeordneter der Erdogan-Partei AKP unterhält laut Medienberichten enge Kontakte zur umstrittenen Rockergruppe "Osmanen Germania". Er übergab offenbar mehrfach Geld - mit dem dann Waffen gekauft wurden.
Rockergruppe "Osmanen Germania Boxclub" (Archivbild)

Rockergruppe "Osmanen Germania Boxclub" (Archivbild)

Foto: Dieter Staniek/ dpa

Ein türkischer Abgeordneter mit guten Beziehungen zu Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan soll laut Medienberichten enge Beziehungen zu der deutsch-türkischen Rockergruppe "Osmanen Germania Boxclub" geknüpft haben.

Das ZDF-Magazin "Frontal 21" und die "Stuttgarter Nachrichten" berichten unter Berufung auf Abhör- und Observationsprotokolle deutscher Sicherheitsbehörden, der AKP-Abgeordnete Metin Külünk habe mehrfach Geld an führende Mitglieder der Osmanen übergeben oder übergeben lassen. Die Ermittler gehen demnach davon aus, dass von dem Geld auch Schusswaffen gekauft worden seien.

Külünk soll auch daran mitgewirkt haben, die Proteste gegen die Armenien-Resolution des Bundestages im vergangenen Jahr zu organisieren. Ein Kontaktmann Külünks, der frühere Osmanen-Chef Mehmet Bagci, war für die Journalisten für eine kurzfristige Stellungnahme zu den Vorwürfen nicht zu erreichen. Bagci sitzt derzeit wegen anderer Tatvorwürfe in Untersuchungshaft.

Türkisches Parlament in Ankara (Archivbild)

Türkisches Parlament in Ankara (Archivbild)

Foto: Kayhan Ozer/ dpa

Der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (CDU) hatte vor zwei Monaten in einem Bericht festgehalten, es bestünden "Kontakte zwischen den Führern der Osmanen Germania und Vertretern der AKP sowie Beratern von Staatspräsident Erdogan".

In NRW und anderen Bundesländern war die Polizei in den vergangenen Monaten mehrfach mit Razzien gegen die Osmanen vorgegangen. Dabei ging es unter anderem um Geldwäsche, Urkundenfälschung, Erpressung und Drogendelikte. Die Bundesregierung hatte im August mindestens ein Treffen zwischen Bagci und Külünk bestätigt.

mja/dpa
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