Brandenburg, Sachsen, Thüringen Unbekannte greifen erneut Flüchtlinge an

Die Serie mutmaßlich fremdenfeindlicher Angriffe auf Asylbewerber und Flüchtlingsunterkünfte reißt nicht ab. Am Wochenende verzeichnete die Polizei einen Brandanschlag, Sachbeschädigung und eine Prügelei.


In Brandenburg an der Havel haben Unbekannte in der Nacht zum Sonntag vor der Wohnungstür einer Flüchtlingsfamilie eine mit Brandbeschleuniger getränkte Zeitung angezündet. Dies teilte die Polizei mit. Die 24-jährige Mutter von zwei Töchtern im Alter von zwei und fünf Jahren bemerkte den Brandgeruch und weckte ihren 27-Jährigen Mann, der das Feuer löschte. Nach ersten Ermittlungen gelangten die Täter durch den offenen Hauseingang ins Gebäude. Sie entkamen unerkannt.

Im Dresdner Stadtteil Stetzsch gingen in einem Flüchtlingsheim, einem umgebauten ehemaligen Hotel, nach Steinwürfen sechs Scheiben zu Bruch. Die Steine seien aus einer Gruppe von etwa 30 Menschen heraus geworfen worden. Polizisten trafen nach dem mutmaßlich fremdenfeindlich motivierten Vorfall an einer Tankstelle nahe dem Tatort auf 27 Personen und stellten deren Identität fest. Es werde geprüft, ob diese mit der Tat in Verbindung stünden, hieß es. Zur Höhe des Schadens machte die Polizei zunächst keine Angaben.

Am Freitagabend waren in Greitz in Thüringen vier syrische Asylbewerber bei einem Angriff verletzt worden. Die Flüchtlinge sprachen laut Polizei eine Gruppe junger Männer an, die daraufhin unerwartet auf die Syrer einschlugen und sie traten. Die Ermittler schließen ein ausländerfeindliches Motiv nicht aus. Die drei Täter im Alter von 18, 23 und 26 Jahren konnten festgenommen werden.

Ebenfalls am Freitag hatte es in Dresden gewalttätige Ausschreitungen bei einer NPD-Demonstration gegen Asylbewerber gegeben.

kbl/dpa



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