Friedensbewegung Tausende bei Ostermärschen in Deutschland auf der Straße

In vielen Städten des Landes haben Menschen auf den traditionellen Friedenskundgebungen zu Ostern demonstriert. Das Motto »Frieden schaffen ohne Waffen« ist angesichts der Lage in der Ukraine jedoch in die Kritik geraten.
Teilnehmerin eines Ostermarsches in Berlin

Teilnehmerin eines Ostermarsches in Berlin

Foto: CONSTANTIN ZINN / EPA

Einige Tausend Menschen haben sich am Samstag in deutschen Städten den Ostermärschen der Friedensbewegung angeschlossen. Unter anderem in Hannover, München, Duisburg, Stuttgart, Leipzig und Berlin versammelten sich Demonstrierende mit Fahnen und Plakaten.

Thema der Kundgebungen war vielerorts der russische Krieg in der Ukraine und die geplanten Milliardenausgaben für die Bundeswehr. Im Vorfeld hatten die Veranstaltungen für Kontroversen gesorgt. Das Motto »Frieden schaffen ohne Waffen« sei angesichts der Lage in der Ukraine unpassend, so die Kritik. SPD-Politiker Wolfgang Thierse sagte, Pazifismus auf Kosten anderer sei »zynisch«. Wirtschaftsminister Robert Habeck von den Grünen verlangte ein klares Bekenntnis gegen den russischen Angriffskrieg.

Organisiert werden die Kundgebungen vom Netzwerk Friedenskooperative. Das hält seine Forderungen nach Frieden und Abrüstung für »aktueller denn je«, wie Geschäftsführer Kristian Golla sagte. Laut Golla waren für Samstag rund 80 Proteste angekündigt gewesen, auch in kleineren Städten.

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Foto: Lisi Niesner / REUTERS

Nach Polizeischätzungen kamen etwa in Bremen und Berlin jeweils rund 1200 Menschen zusammen und in Hannover mehr als 500 Demonstrierende. Auch in Duisburg und Köln nahmen Hunderte an Auftaktveranstaltungen zum dreitägigen Ostermarsch Rhein-Ruhr teil.

»Alternativer Ostermarsch« in Berlin

In Berlin fand parallel zum traditionellen Ostermarsch eine zweite Demonstration statt. Am Bebelplatz wurde mit ukrainischen Fahnen gegen den russischen Angriffskrieg demonstriert. Die Veranstalter bezeichneten die Aktion in einem Aufruf als »alternativen Ostermarsch«. Auch sie kritisierten, der Aufruf der Friedensbewegung zum traditionellen Ostermarsch erwähne mit keinem Wort die russische Aggression und das Recht der Ukraine auf Selbstverteidigung.

Erste Ostermärsche hatte es bereits am Donnerstag und Freitag gegeben. Weitere Demonstrationen sind geplant. So ruft die Friedensbewegung am Ostermontag zum Beispiel zu einer Kundgebung vor dem Luftwaffenstützpunkt Büchel in Rheinland-Pfalz auf.

fla/dpa