Osttimor Hilfseinsatz der Bundeswehr gestartet

Zwei deutsche Transall-Maschinen sind unterwegs, um Kranke und Verletzte aus der Krisenregion Osttimor zu evakuieren.

Berlin/Hohn/Wunstorf - Die Bundeswehr ist am Samstag morgen zu ihrem Hilfseinsatz nach Osttimor gestartet. Von Schleswig-Holstein aus flogen zwei Transport-Maschinen vom Typ "Transall C-160" in Richtung Australien, um von dort Kranke und Verletzte aus der Krisenregion zu evakuieren. "Wir rechnen mit der Ankunft der Soldaten am kommenden Donnerstag", sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Samstag in Berlin.

Die Flugzeuge sind nach Angaben eines Sprechers des Lufttransportgeschwaders 63 (LTG 63) im schleswig-holsteinischen Hohn für den Transport von jeweils 14 Kranken und Verletzten mit allem dazugehörigen Gerät ausgestattet.

Nach Zustimmung des Bundestages hatte Verteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD) am Donnerstag die Entsendung deutscher Soldaten zur medizinischen Unterstützung internationaler Streitkräfte in Osttimor(International Force East Timor "Interfet") angeordnet. Die deutschen Soldaten sollen im nordaustralischen Darwin stationiert sein.

Die Flugroute der beiden Transall verläuft mit Zwischenstopps über Zypern, Oman, Indien und Bali. Bei der bereits gestarteten Vorhut sind hauptsächlich Techniker und Soldaten. Die Ärzte und Sanitäter werden am kommenden Mittwoch (13. Oktober) vom Militärflugplatz Köln/Bonn in das Krisengebiet fliegen. Etwa vom 18. Oktober an soll das Kontingent einsatzbereit sein.

Die Kosten des Einsatzes, der aus dem Verteidigungshaushalt finanziert wird, werden pro Monat auf rund fünf Millionen Mark geschätzt. Die deutschen Soldaten sollen vor allem schwer verletzte oder schwer kranke Angehörige der internationalen Friedenstruppe Interfet oder der zivilen "United Nations Mission in East Timor" (Unamet) von gesicherten Flugplätzen Osttimors aus evakuieren.