Helga Schmid Deutsche Topdiplomatin an OSZE-Spitze gewählt

Sie war eine wichtige Unterhändlerin beim Atomabkommen mit Iran und ist Trägerin des Bundesverdienstkreuzes. Nun wurde die deutsche Spitzendiplomatin Helga Schmid zur Generalsekretärin der OSZE ernannt.
Helge Schmid: »Wir werden sie nach besten Kräften unterstützen«, sagte Außenminister Heiko Maas

Helge Schmid: »Wir werden sie nach besten Kräften unterstützen«, sagte Außenminister Heiko Maas

Foto: Granovsky Luciana / dpa

Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) wird künftig von der deutschen Topdiplomatin Helga Schmid geleitet. Die Bestellung der 59-jährigen zur OSZE-Generalsekretärin erfolgte nach Angaben von Diplomaten durch den Ministerrat der Organisation.

Außenminister Heiko Maas (SPD) sagte, er könne sich »keinen besseren Beitrag« für eine handlungsfähige OSZE als die Besetzung des Chefpostens mit Schmid vorstellen. Er gratulierte der 59-Jährigen und erklärte: »Wir werden sie nach besten Kräften unterstützen.«

Die in außenpolitischen Fragen äußerst versierte Schmid war unter anderem eine wichtige Unterhändlerin der Europäischen Union beim Atomabkommen mit Iran. Für ihren großen Anteil, den sie am Abschluss des internationalen Abkommens zur Verhinderung der iranischen Atombombe hatte, wurde sie 2015 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Schmid wurde im bayerischen Dachau geboren und studierte in München und Paris. 1988 trat sie in den auswärtigen Dienst ein und absolvierte bis 1990 die Diplomatenausbildung. In den folgenden Jahren war sie unter anderem in der Botschaft in Washington und als Beraterin des damaligen Außenministers Klaus Kinkel (FDP) tätig. Es folgte dann 2006 der Gang nach Brüssel, wo Schmid ihre internationalen Kontakte weiter ausbaute und schließlich vor vier Jahren an die Spitze der rund 4500 Mitarbeiter des Europäischen Auswärtigen Dienstes (EAD) rückte.

Als Generalsekretärin war sie seitdem unter anderem für das reibungslose Funktionieren des EAD, einschließlich dessen Verwaltung und Haushaltsführung, verantwortlich. Über ihr stand lediglich noch der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell.

Die Spitzenposten bei der OSZE waren vakant, seit im Sommer die Verlängerung des Mandats des damaligen Generalsekretärs Thomas Greminger und dreier weiterer Vertreter am Widerstand einzelner Teilnehmerstaaten scheiterte. Als weltweit größte regionale Sicherheitsorganisation setzt sich die OSZE für Stabilität, Frieden und Demokratie ein. Mitglieder sind 57 Staaten aus Europa, Nordamerika und Zentralasien.

mfh/asc/dpa
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