Pädophilie-Debatte Missbrauchsbeauftragter nimmt Grüne in Schutz

"Auch schmerzhafte Ergebnisse werden veröffentlicht, das ist genau der richtige Weg": Mit klaren Worten hat sich Johannes-Wilhelm Rörig in die Debatte um die Pädophilie-Aufarbeitung bei den Grünen eingeschaltet. Einen Rücktritt Trittins lehnt der Missbrauchsbeauftragte ab.

Johannes-Wilhelm Rörig (Archivbild): Lobende Worte für die Grünen
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Johannes-Wilhelm Rörig (Archivbild): Lobende Worte für die Grünen


Berlin - Johannes-Wilhelm Rörig hat den Grünen bescheinigt, mit der unabhängigen Aufarbeitung ihrer Gründungszeit die richtige Entscheidung getroffen zu haben. "Auch schmerzhafte Ergebnisse werden veröffentlicht, das ist genau der richtige Weg", sagte der Beauftragte der Bundesregierung für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs dem "Tagesspiegel".

Nur wenige Tage vor der Bundestagswahl ist Grünen-Spitzenkandidat Jürgen Trittin unter Druck geraten. 1981 hatte er das Wahlprogramm der Alternativen-Grünen-Initiativen-Liste (AGIL) in Göttingen presserechtlich verantwortet - darin war Straffreiheit für gewaltfreie sexuelle Handlungen mit Kindern gefordert worden.

Das schrieben die Politologen Franz Walter und Stefan Klecha in einem Beitrag für die Tageszeitung "taz". "Die Position ist falsch, war falsch und wurde von uns zu spät korrigiert", sagte Trittin am Montag. Er war damals Student und Göttinger Stadtratskandidat.

Im "Tagesspiegel" kommentierte Rörig nun auch Rücktrittsforderungen an Trittin. Es müsse "in Ruhe und losgelöst vom Wahlkampf und von populistischen Forderungen entschieden werden, wie man auf die Opfer angemessen und sensibel zugeht", sagte er. Wichtig sei, dass die Grünen die Aufarbeitung fortsetzen und Betroffenen die Möglichkeit geben, sich an sie zu wenden und im Forschungsprojekt angehört zu werden.

Zuvor hatten mehrere Unionsfrauen von Co-Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt gefordert, sich aktiv in die Aufklärung der "Pädophilie-Verstrickungen" von Trittin einzuschalten. Göring-Eckardt hatte sich am Montag bereits schützend vor Trittin gestellt: Diesem sei nicht bewusst gewesen, dass er vor mehr als drei Jahrzehnten als Verantwortlicher für die Veröffentlichung des Kommunalwahlprogramms aufgeführt gewesen sei.

Auszug aus dem von Trittin verantworteten Wahlprogramm von 1981
Grüne Göttingen

Auszug aus dem von Trittin verantworteten Wahlprogramm von 1981

aar/AFP/dpa

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Seite 1
limauniform 17.09.2013
1. Falscher Beschützer
Auf Opfer geht man nicht angemessen und sensibel zu, wenn man den geistigen Mittätern Persilscheine ausstellt! Dies sollte, wenn es andere schon nicht wissen, der Missbrauchsbeauftrage (sic!) mindestens bedenken, wenn er sich in die Debatte einmischt.
radamriese 17.09.2013
2. na sowas. Grüne dürfen wohl alles
wäre es Jemand von einer anderen Partei, würde alles ganz anders aussehen.ER soll gehen, Trittin wollte Sex mit Kindern legalisieren. Hallo??? Das Schlimmste, was einem Kind passieren kann
der_durden 17.09.2013
3.
Zitat von sysopDPA"Auch schmerzhafte Ergebnisse werden veröffentlicht, das ist genau der richtige Weg": Mit klaren Worten hat sich Johannes-Wilhelm Rörig in die Debatte um die Pädophilie-Aufarbeitung bei denGrünen eingeschaltet. Einen Rücktritt Trittins lehnt der Missbrauchsbeauftragte ab. Pädophilie-Debatte um Trittin: Rörig nimmt Grüne in Schutz - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/paedophilie-debatte-um-trittin-roerig-nimmt-gruene-in-schutz-a-922739.html)
Das ist eine kranke Debatte. Es geht in diesem Wahlkampf nur noch um Schmutz. Inhalte stelle sich hinten an. Lieber erregt man sich über einen Finger Steinbrücks, über das Parteiprogramm der Grünen, das 1981 verabschiedet und 1989 korrigiert wurde, als über Inhalte und das Jahr 2013 und die Zukunft zu sprechen. Nein, die Beschlüsse sind keine Petitessen und gehören aufgearbeitet, aber das genau tun die Grünen. Diese Debatte taugt aber nun wirklich nicht für den Wahlkampf! Ich finde es schon interessant, dass die Konservaiven zu dem ganzen "NSA- und Abhör-Dreck" keine Möglichkeit liegen ließen um zu verlautbaren, dass das Thema nichts für den Wahlkampf sei, aber ein Beschluss aus dem Jahr 1981 (der 1989 kassiertwurde) taugt dazu. Das ist erbärmlich heuchlerisch und falsch. Die Grünen selbst haben unabhängige mit dem Auftrag der Aufklärung eingeschaltet und haben ausdrücklich gesagt, dass immer, ungefragt und zu jeder Zeit, die Ergebnisse an die Öffentlichkeit kommuniziert werden dürfen. Das ist richtig so und sollte dabei nicht unerwähnt bleiben, bevor man sich wieder der typisch deutschen Empörungsliebe hingibt! Dass in anderen Threads einige Foristen diese Angelegenheit mit dem Missbrauch Schutzbefohlener durch Mitglieder der katholischen Kirche vergleichen, ist schlichtweg eine Frechheit und eine Tritt in den Hintern aller Opfer von sexueller und anderer körperlicher Gewalt! Solche Foristen suhlen sich mit ihrer Scheinargumentation im Leid der Opfer. Hier geht es um Beschlüsse einer jungen Partei, die in allen Belangen frei und in Teilen anarchisch ihre Meinung kund tat. Worum es hier eben nicht geht, sind massenhaft Grüne, welche kasernierte Jugendliche massenhaft missbraucht haben! Ich finde es wirklich ekelhaft, dass hier so ideologisch verfärbt und auf tiefste populistisch und polemisch agitiert wird.
radamriese 17.09.2013
4. Dumm sind die, die eine Partei immer noch wählen
in der ein Trittin, SEx mit Kindern legalisieren will. Schlimmer geht es nicht.
soulbrother 17.09.2013
5.
Zitat von sysopDPA"Auch schmerzhafte Ergebnisse werden veröffentlicht, das ist genau der richtige Weg": Mit klaren Worten hat sich Johannes-Wilhelm Rörig in die Debatte um die Pädophilie-Aufarbeitung bei denGrünen eingeschaltet. Einen Rücktritt Trittins lehnt der Missbrauchsbeauftragte ab. Pädophilie-Debatte um Trittin: Rörig nimmt Grüne in Schutz - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/paedophilie-debatte-um-trittin-roerig-nimmt-gruene-in-schutz-a-922739.html)
Man könnte im Sinne der Gleichbehandlung ja einmal die Vergangenheit der CDU aufarbeiten, was ex-Nazis anbelangt und auch die Rolle der FDP in der Phädophilie-Debatte beleuchten. Die Grünen sind da wenigstens ehrlich.
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