Enthüllungen Maas hofft auf Herausgabe der Panama Papers

Redaktionen sollen den Behörden Einblick in ihre Dokumente zu Briefkastenfirmen gewähren, findet Justizminister Maas. Das sei ein "Beitrag zur Gerechtigkeit".

Justizminister Maas
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Die Enthüllungen zu den sogenannten Panama Papers haben Verstrickungen zahlreicher Politiker, Unternehmer, Funktionäre und Firmen in fragwürdige Geschäfte mit Briefkastenfirmen ans Licht gebracht. Klar, dass nun auch Steuerfahnder und Staatsanwälte an den brisanten Unterlagen interessiert sind.

Doch Druck auf die Journalisten will die Regierung nicht ausüben. So hatte es am Freitag zumindest eine Sprecherin des Bundesfinanzministeriums erklärt. "Wir haben eine Trennung von Staat und Medien in Deutschland, und wir nehmen das zur Kenntnis, dass die Vertreter das nicht herausgeben wollen."

Bei Justizminister Heiko Maas klingt das nun jedoch ein bisschen anders. "Es wäre ein Beitrag zur Gerechtigkeit, wenn wichtige Unterlagen den Behörden übergeben würden", sagte der SPD-Politiker dem "Tagesspiegel".

Die "Süddeutsche Zeitung", die gemeinsam mit internationalen Journalisten den umfangreichen Datensatz über Kunden der Finanzkanzlei Mossack Fonseca ausgewertet hat, will davon aber nichts wissen. Man wolle die Quelle für die Panama Papers "nahezu um jeden Preis" schützen, hatte Chefredakteur Wolfgang Kracht am Donnerstag gesagt. Der Informant habe signalisiert, er befinde sich in Lebensgefahr. "Wir sind nicht der verlängerte Arm der Staatsanwaltschaft. Wir sind Journalisten", sagte der "SZ"-Reporter Frederik Obermaier.

Minister Maas sagte nun: "Ich bin zuversichtlich, dass die Ermittlungsbehörden und die Medien gemeinsam einen Weg finden, wie zumindest bestimmte wertvolle Informationen ausgetauscht werden können." Dies würde "auch den deutschen Finanzministerien viel Geld einbringen".

kev/AFP

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