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29. November 2018, 21:54 Uhr

Panne am Airbus

Angela Merkel muss auf Weg zum G20-Gipfel zwischenlanden

Weil Elektronik ausfiel, musste der Regierungs-Airbus den Flug zum G20-Gipfel nach Argentinien unterbrechen und in Köln zwischenlanden. Ob Merkel noch pünktlich zum Treffen kommt?

Flug mit Hindernissen: Schon nach einer Stunde Flug musste Kanzlerin Angela Merkel ihre Reise zum G-20-Gipfel nach Buenos Aires unterbrechen. Der vollgetankte A340 musste über dem Luftraum von Holland eine Kurve drehen und in Köln landen, weil einige elektronische Systeme ausgefallen seien, wie der Kapitän mitteilte.

Nun soll Merkel von Köln aus einen Ersatzflieger nehmen, der sie - zusammen mit Vizekanzler Olaf Scholz und der Delegation - nach Argentinien bringt.

Unklar ist noch, ob Merkel dort ihre Termine einhalten kann. Eigentlich sollte sie dort am Freitagmorgen um 10 Uhr deutscher Zeit landen. Auf dem G20-Gipfel treffen sich die Staatsoberhäupter der führenden Industrienationen.

Die Maschine vom Typ A340-300 mit Merkel an Bord war um 19.00 Uhr in Berlin gestartet, sie landete gegen 21.00 Uhr in Köln. Während eines der üblichen Hintergrundgespräche mit mitreisenden Journalisten war die Kanzlerin um kurz vor 20.00 Uhr mit den Worten "Es ist wichtig" von einer Stewardess aus dem Besprechungsraum des Flugzeugs geholt worden.

Kurze Zeit später teilte Merkel mit, dass man wegen eines technischen Defekts zurückkehren müsse. Der Flughafen Köln ist der Heimatstandort der Regierungsflugzeuge. Zudem war die verbleibende Flugzeit nach Köln geringer als nach Berlin.

Weiterflug über Atlantik so nicht möglich

Gegen 20.30 Uhr informierte der Flugkapitän die Kanzlerin und die Mitreisenden, dass man sich nicht mehr auf dem Weg nach Buenos Aires befinde. Der Grund sei ein technisches Problem, man könne den Weiterflug über den Atlantik so nicht durchführen.

Der Plan sei, nach Köln zu fliegen, weil dort die einzige in Frage kommende Ersatzmaschine stehe. Die Flugbereitschaft sei bereits dabei, Alternativen für den Weiterflug nach Buenos Aires zu organisieren. "Sie brauchen sich ansonsten wirklich keinerlei Sorgen zu machen. Wir werden dann in Kürze eine sichere Landung in Köln machen."

Auf dem Flughafen Köln erwarteten mehrere Feuerlöschfahrzeuge Merkels Flugzeug, das eine harte Landung hinlegte, da beim Flug nach Köln nicht ausreichend Treibstoff abgelassen werden konnte. Nach der Landung wurden die Bremsen des Flugzeugs geprüft - diese waren wegen des ungeplant hohen Landegewichts nach Auskunft des Flugkapitäns stark beansprucht worden.

Merkel kann vorerst nicht weiterfliegen

Ein direkter Weiterflug mit einem Ersatz-Airbus sei nicht möglich, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert wenig später vor mitreisenden Journalisten. Dies liege unter anderem an den Dienstzeiten und Verfügbarkeiten von Besatzungen und Flugkapitänen.

Jetzt werde geprüft, wann die Kanzlerin und gegebenenfalls ein kleiner Teil ihrer Delegation nach Buenos Aires fliegen könne, so dass sie zumindest an einem Teil des Programmes des ersten Gipfeltages noch teilnehmen könne. Es gehe zum Beispiel um die Frage, ob eine Teilnahme am geplanten Abendessen der Staats- und Regierungschefs noch möglich sei. Dieses war für Samstagmorgen 00.30 Uhr deutscher Zeit geplant. Geprüft wurde demnach auch, ob es eine Möglichkeit für die Kanzlerin gibt, mit einem Linienflug nach Buenos Aires zu kommen.

Der Leiter des SPIEGEL-Hauptstadtbüros, René Pfister, ist einer der mitgereisten Journalisten in der Maschine. Wie er aus Köln twittert, ist die Weiterreise heute nicht mehr möglich:

Die Regierungs-Flugzeuge bereiten immer wieder Probleme - jüngst mussten auch Bundesfinanzminister Olaf Scholz und seine Mitarbeiter auf Bali wegen "Nagerbefall" auf Linienmaschinen umbuchen.

Besonders hart traf es 2016 Frank-Walter Steinmeier, damals noch Außenminister. Dieser war auf dem Weg zum G7-Treffen im japanischen Hiroshimawegen des Defekts eines kleinen Motorsin der chinesischen Millionenmetropole Changsha gestrandet. Im Jahr 2007 musste der damalige Bundespräsident Horst Köhler wegen gleich mehrerer Pannen die Verleihung des Deutschen Umweltpreises absagen. Damals waren gleich zwei Flugzeuge der Flugbereitschaft defekt.

rp/kko/dpa

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