Erneut Defekt an Regierungsflieger Maas muss für Moskaureise auf Truppentransporter umsteigen

Und wieder gibt es Ärger mit einer Regierungsmaschine: Wegen defekter Hydraulik muss ein eigentlich eingeplanter Airbus am Boden bleiben. Außenminister Maas fliegt nun mit einem Truppentransporter nach Russland.

Mit einem A310 der Luftwaffe ist Bundesaußenminister Maas auf dem Weg nach Moskau
Caroline Seidel / DPA

Mit einem A310 der Luftwaffe ist Bundesaußenminister Maas auf dem Weg nach Moskau


Pünktlich, aber mit einer anderen Maschine als geplant, ist Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) zu einem Treffen mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow nach Moskau aufgebrochen.

Nach SPIEGEL-Informationen war am eigentlich für die Reise vorgesehenen Airbus A340 am Dienstagabend ein Defekt an der Hydraulik festgestellt worden. Aus diesem Grund wurde auf einen A310 ausgewichen.

Die Luftwaffe habe sich für den Wechsel der Maschinen entschieden, damit die ganze Delegation pünktlich fliegen könne, hieß es von der Bundeswehr. Es handelt sich dabei um einen in Luftwaffe-Grau lackierten Truppentransporter mit normaler Bestuhlung und einem kleinen VIP-Bereich.

Aus Maas' Umfeld hieß es, dem Minister sei vor allem die pünktliche Anreise wichtig. Der Komfort der Regierungsmaschine sei nachrangig, Maas nehme den Fahrzeugwechsel gelassen.

Immer wieder Fliegerpannen

Im März musste ein zweiter Airbus dem Außenminister hinterhergeschickt werden, um ihn aus Afrika zurückzuholen. Kostenpunkt damals: 300.000 Euro. Im Herbst 2018 hatte Kanzlerin Angela Merkel Ärger mit der Regierungsflotte, als ein Flug zum G20-Gipfel in Buenos Aires zu spät startete und sie den Gipfelauftakt verpasste.

Über die Gespräche in Moskau sagte der Minister vor der Abreise: "Wir brauchen die konstruktive Mitarbeit Russlands besonders auch in der Ostukraine." Es gebe "in Sachen Waffenstillstand, Truppenentflechtung und bei der Umsetzung der Minsker Abkommen endlich wieder Hoffnung auf Licht am Ende des Tunnels". Alle Seiten müssten "jetzt Dialog- und Handlungsbereitschaft zeigen", fügte Maas hinzu.

Maas wies darauf hin, dass es "derzeit mit Russland auf vielen Feldern grundlegend unterschiedliche Auffassungen" gebe. "Darüber müssen wir reden, weil wir nur unter Einbindung Moskaus bei wichtigen internationalen Themen Ergebnisse erzielen werden." Maas bezog sich insbesondere auf die Entwicklungen in Syrien, die Sicherheit am Persischen Golf und die Zukunft der internationalen Rüstungskontrolle.

Der Außenminister hatte im Juli gemeinsam mit Lawrow in Bonn das deutsch-russische Gesprächsforum "Petersburger Dialog" eröffnet. Maas werde in Moskau auch darüber sprechen, dass eine starke Zivilgesellschaft, die frei ihre Meinung äußern könne, ein Land "stärker" mache, kündigte das Auswärtige Amt an.

csc/cht/mgb/AFP



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