Papst-Unterstützung Schäuble: Zitieren muss erlaubt sein

Das Recht des Papstes aus alten Schriften zu zitieren hat Bundesinnenminister Schäuble betont. Gleichzeitig sprach er sich für deutschsprachige Predigten in Deutschlands Moscheen aus - auch in der Kirche werde nicht mehr Latein gesprochen.


Berlin - Nach Bundeskanzlerin Merkel, die den Papst gegen Kritik an seiner Regensburger Rede in Schutz genommen hatte, verteidigte auch Bundesinnenminister Schäuble im Gespräch mit dem SPIEGEL Benedikt XVI.: "Es muss noch möglich sein, dass man einen jahrhundertealten Text zitiert, wenn man sich doch erkennbar nicht damit identifiziert."

Papst Benedikt XVI.: Unterstützung von Innenminister Schäuble
Getty Images

Papst Benedikt XVI.: Unterstützung von Innenminister Schäuble

Der CDU-Politiker fügte hinzu: "Die Oberhäupter anderer Religionen wären gelegentlich auch gut beraten, wenn sie sich selbst ermahnen würden und nicht immer nur die anderen."

Auch zur Predigtsprache in deutschen Moscheen äußerte sich Schäuble: "Meine Idealvorstellung wäre, dass auch Imame in Deutschland ausgebildet sind und dass sie unsere Sprache sprechen." Der Protestant fügte hinzu, auch in der römisch-katholischen Kirche werde die Messe "längst auf Deutsch und nicht mehr auf Latein gehalten".

Im Kontext der Debatte nach den versuchten Kofferbomben-Anschlägen auf deutsche Züge sagte der Innenminister, in Zukunft würden nicht nur diejenigen Personen unter Sicherheitsgesichtspunkten überprüft, die Ausländer einladen. Auch Menschen, "die für Einreisende gebürgt haben", würden künftig entsprechend überprüft.

stx

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