Parlamentarische Anfrage 24 Ex-NSDAP-Mitglieder arbeiteten in Nachkriegs-Regierungen

Die Liste früherer NSDAP-Mitglieder, die später bundesdeutschen Kabinetten angehörten, ist lang: Der Antwort der Bundesregierung auf eine Linken-Anfrage zufolge gab es 24 Fälle. Die NSDAP-Mitgliedschaft allein lasse aber keine Rückschlüsse auf eine nationalsozialistische Grundeinstellung zu.
Kurt Georg Kiesinger (rechts, im Gespräch mit Willy Brandt): Mitgliedschaft in der NSDAP

Kurt Georg Kiesinger (rechts, im Gespräch mit Willy Brandt): Mitgliedschaft in der NSDAP

Foto: AP

Berlin - Den bundesdeutschen Nachkriegs-Regierungen gehörten im Laufe der Jahrzehnte mehr als 20 ehemalige Mitglieder der NSDAP an. Das geht aus der am Mittwoch verbreiteten Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Linken hervor. Darin werden neben dem früheren Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger (CDU) 23 Bundesminister aufgelistet, die zumindest zeitweise der Hitler-Partei angehörten.

Dazu gehören etwa die früheren FDP-Außenminister Hans-Dietrich Genscher und Walter Scheel, der einstige Wirtschafts- und Finanzminister Karl Schiller (SPD) sowie der frühere Innenminister Friedrich Zimmermann (CSU). Der spätere Bundesfinanzminister Franz Etzel (CDU) war der Liste zufolge bereits 1927 wieder aus der NSDAP ausgetreten. Diesen Schritt vollzog im Jahr 1943 auch der spätere Innen-, Außen- und Verteidigungsminister Gerhard Schröder (CDU).

Die Bundesregierung betonte in ihrer Antwort allerdings, eine bloße Mitgliedschaft in der NSDAP lasse keine sicheren Rückschlüsse auf eine nationalsozialistische Grundeinstellung zu: "Auch prominente Einzelfälle wie Oskar Schindler oder der Widerständler Ulrich von Hassell machen anschaulich, dass eine NSDAP-Mitgliedschaft, für sich genommen, wenig aussagekräftig ist."

hen/dpa
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