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Parteienwerbung kurios: SPD aufs Brot, Gysi an den Kragen

Foto: IMAGE ident marketing

Partei-Fanartikel Babystrampler fürs Wahlvolk

Toaster, Kochlöffel, Kondome: Im Superwahljahr geben Parteien viel Geld für Geschenke und Werbeartikel aus. Anhänger können sich in Online-Shops mit einer wahren Flut von Fan-Souvenirs eindecken. SPIEGEL ONLINE zeigt die skurrilsten Reklame-Ideen.

Hamburg - Besuchern einer Parteiveranstaltung flimmern schnell die Augen angesichts des Überangebots an Werbematerial: Pausenlos wedeln sehr motiviert wirkende Wahlkampfhelfer mit Kugelschreibern, Aufklebern und Stickern, drücken den Vorbeilaufenden großflächig bedruckte Luftballons in die Hand ("Nehm' se doch noch einen für Ihre Frau mit").

Der Schenkungsdrang hat einen schlichten Hintergrund: Vom Straßenwahlkampf, der Kundgebung oder Redeschlacht im Bierzelt soll der Zuhörer etwas mitnehmen. Im Idealfall nicht nur die Kernaussagen der Redner, sondern auch Streichhölzer für zu Hause. Das fördert die Sympathie für Partei und Kandidat: Politische Gesinnung als haptisches Erlebnis. Kinder und Jugendliche bekommen meist Werbeartikel, die den Namen der Parteien weithin sichtbar transportieren. Parteiprodukte für Erwachsene sind eher nützlich und für den privaten Gebrauch gedacht.

Doch es sind längst nicht mehr die klassischen "Streuartikel", mit denen die Anhängerschaft eingedeckt wird. Zum Superwahljahr 2009 treten erstmals alle im Bundestag vertretenen Parteien mit einem eigenen Online-Shop an. Die Grünen hatten bei der vorangegangenen Bundestagswahl noch darauf verzichtet: Wahlkampf-Devotionalien konnten nur von Kreisverbänden und Geschäftsstellen über das Intranet der Partei bestellt werden. Jetzt haben auch sie einen Produktversand für das Wahlvolk "(Alles, was du für mehr Grün brauchst"), der eine Auswahl an Buttons und Plakaten feilbietet, dazu Fahrrad-Accessoires oder Bierdeckel.

Die SPD vertreibt über den "Imageshop" bereits seit 1998 ihre Produkte, im Superwahljahr sind über 300 Fanartikel gelistet. Seit fast zwei Jahren gibt es nun schon den Toaster für Sozialdemokraten, der einem das SPD-Logo ins Kastenbrot röstet. Kandidaten können eine Kollektion von Promo-Theken ordern, sogar ein "SPD Glücksrad" für die Party im Kreisverband.

Der Online-Shop der CDU tritt konservativer als die Konkurrenz. Ob Trinkbecher, Dokumentenclips, Ansteckpins, Papierdrachen oder Tragetaschen: Das ganze Programm ist in Orange gehalten. 2003 folgte die Union dem Ratschlag ihrer Imageberater und kürte Orange zu ihrem Erkennungszeichen. Zumindest in der Produktpalette hat sich die Farbe durchgesetzt.

Auch die Freien Demokraten mögen es eher praktisch: Wer möchte, kann sich das Liberalen-Logo als Parkscheibe, Schuhpflegeschwamm oder Kochlöffel nach Hause holen. Verspieltes wie Tassen oder Plüschbären findet man nicht. Die Linke setzt auf Sprüche, bietet mehr als hundert Produkte an: Darunter sozialistische Literatur, Gregor-Gysi-Buttons und überdurchschnittlich viele Flaggen.

Ob Telefonkabelentzwirbler, Flüstertüten-Selbstbau-Set oder Babystrampler: SPIEGEL ONLINE zeigt Ihnen die originellsten Produkte der Parteien (siehe Fotostrecke oben).

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