Partei in der Krise Nächster Piraten-Landeschef wirft hin

Jetzt geht der nächste Landeschef von Bord: Der brandenburgische Vorsitzende der Piratenpartei legt sein Amt nieder. Als Begründung führt er an, ihm fehle der "dringend notwendige Spaß". Kurz zuvor war bereits der Piratenchef in Baden-Württemberg wegen Drohungen gegen seine Familie zurückgetreten.
Brandenburgischer Pirat Hensel: "Spaß verlorengegangen"

Brandenburgischer Pirat Hensel: "Spaß verlorengegangen"

Foto: dapd

Berlin - Immer mehr ehrenamtliche Spitzenleute der Piratenpartei legen ausgerechnet im Bundestagswahljahr ihr Amt nieder. Am Donnerstag erklärte der Landesvorsitzende der Piraten in Brandenburg, Michael Hensel, er trete mit sofortiger Wirkung zurück. "Der dringend notwendige Spaß ist in den letzten Monaten immer weiter abhandengekommen und letztlich nahezu verlorengegangen", schreibt Hensel auf der Homepage seines Landesverbands .

Den Vorsitz übernimmt die derzeitige Stellvertreterin Clara Jongen. Die brandenburgischen Piraten lagen in einer Forsa-Umfrage im Januar zuletzt nur noch bei zwei Prozent. Auch im bundesweiten Trend sieht es kaum besser aus für die Freibeuter, die einst als sechste Kraft im Parteiensystem gehandelt wurden. Der brandenburgische Landesverband beherbergt nach eigenen Angaben gut tausend Mitglieder, darunter die Open-Government-Aktivistin Anke Domscheit-Berg. "Ich bedaure seine Entscheidung sehr, aber respektiere sie", kommentierte sie Hensels Entscheidung auf Twitter . "Wir brauchen mehr Piraten wie ihn in Verantwortung, nicht weniger."

Am Vortag hatte bereits der baden-württembergische Landeschef der Piraten sein Amt niedergelegt - und die Partei gleich ganz verlassen. Der 36-jährige Lars Pallasch verkündete, er ziehe damit die Konsequenzen aus dem rüden Umgangston in der Piratenpartei. In einem Schreiben beklagte er, ihm und seiner Familie sei anonym körperliche Gewalt angedroht worden. Die Piratenpartei quält sich seit Monaten mit Streitigkeiten im und um den Bundesvorstand.

amz/dpa
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